Börse Spanisches Strohfeuer - Dax gibt Gewinne ab

Die Erleichterung über Hilfen für die spanischen Banken hat am Aktienmarkt nur für ein kurzes Strohfeuer gesorgt. Der Dax gibt seine Gewinne fast komplett wieder ab, zumal sich auch in Italien die Probleme zuspitzen. An der Wall Street rutscht der Dow ins Minus.
Börse in Frankfurt: Spanien beflügelt die Märkte - doch neues Ungemach droht

Börse in Frankfurt: Spanien beflügelt die Märkte - doch neues Ungemach droht

Foto: Boris Roessler/ dpa

New York / Frankfurt am Main - Die Kursgewinne hielten nicht lange: Der deutsche Leitindex Dax (Kurswerte anzeigen) konnte seine Kursgewinne bis Xetra-Schluss nicht verteidigen und schloss nur noch mit 0,2 Prozent im Plus bei 6141 Zählern. Im frühen Handel hatte der Dax in der Spitze um 2,3 Prozent auf 6287 Zähler zugelegt.

Auch an der Wall Street blieben Anleger vorsichtig. Der US-Leitindex Dow Jones  kletterte zum Start um 0,5 Prozent, rutschte zuletzt aber ins Minus. Dies drückte zusätzlich auf die Kurse in Deutschland. Im Gegensatz zum Dax hatten die US-Indizes bereits in der vergangenen Woche per saldo zugelegt.

Bereits in Asien war die Erleichterung über die Bankenhilfe für Spanien zu spüren: In Tokio zog der Nikkei (Kurswerte anzeigen) um 2 Prozent auf 8625 Zähler an. Der chinesische Shanghai Composite stieg um 1,1 Prozent auf 2415 Punkte.

100 Milliarden für Spaniens Banken - ohne harte Auflagen für Madrid

Die Iberer geben dem internationalen Druck nach und flüchten unter den Euro-Rettungsschirm. Zur Lösung seiner Bankenkrise kann Madrid auf Notkredite für seinen Bankensektor von bis zu 100 Milliarden Euro bauen. Da es sich jedoch um Bankenhilfe und nicht um Staatshilfe handelt, sind die Kredite nicht mit harten Auflagen für den Staatshaushalt verbunden.

Das Problem sei durch zusätzliche Gelder für die Spanier aber nicht gelöst, kommentierte Marktanalyst Markus Kraus von GKFX Deutschland. Schlimmstenfalls werde es in die Zukunft verlagert. Auch Lars Kremkow, Marktstratege bei Activtrades in London, schlug in diese Kerbe: "Ein Etappengewinn impliziert noch lange nicht den Sieg der Tour." Nun richte sich der Fokus auf die am Wochenende anstehende Wahl in Griechenland.

Bankensektor im späten Handel unter Druck

Auch für die europäischen Börsen ging es am Nachmittag nach unten. Der EuroStoxx 50 sank um 0,35 Prozent auf 2.137,70 Punkte. Der Cac 40 in Paris verlor 0,29 Prozent, und der Londoner FTSE 100 gab um 0,05 Prozent nach. In New York zeigte sich der Dow Jones zum europäischen Handelsschluss 0,22 Prozent tiefer.

Dagegen verzeichneten die asiatischen Börsen noch deutliche Gewinne. So stieg der MSCI Asia Apex 50, der die Aktienkurse der 50 größten Unternehmen Asiens exklusive Japan umfasst, um 2,50 Prozent auf 765 Punkte. An den chinesischen Börsen ging es ebenfalls bergauf: Der Shenzhen CSI 300, der die Aktien der 300 größten Unternehmen vom chinesischen Festland mit einer Börsennotierung in Shanghai oder Shenzhen enthält, rückte um 1,34 Prozent auf 2.558 Punkte vor.

SAP und Volkswagen an der Dax-Spitze

Die Volkswagen-Aktien stiegen um 1,31 Prozent und waren damit nach SAP zweitbester Wert im Dax  . Sie reagierten auf ein mögliches Ende der monatelangen Hängepartie beim geplanten Zusammenschluss mit Porsche . Laut Medienberichten kann Porsche den verbliebenen Anteil an seinem Sportwagengeschäft steuerfrei an VW verkaufen.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,05 Prozent am Vortag auf 1,13 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,35 Prozent auf 133,99 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,32 Prozent auf 144,20 Punkte.

Euro im Tagesverlauf schwächer

Der Kurs des Euro sank im Tagesverlauf. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung unter der Marke von 1,25 Dollar bei 1,2497 Dollar gehandelt. Am frühen Nachmittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,2544 (Freitag: 1,2468) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7972 (0,8021) Euro.

rei/la/ts/dpa/reuters/dpa-afx
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