Mittwoch, 21. August 2019

Samsung Das aggressivste Unternehmen der Welt

Angriff aus Korea: Wie Samsung die Welt erobern will
AFP

3. Teil: Apple soll überrollt werden

Chaebol, reiche Clans, nennen die Koreaner ihre speziellen Konglomerate wie Hyundai Börsen-Chart zeigen und LG, die die gesamte Wirtschaft dominieren. Unter ihnen ist Samsung die unangefochtene Nummer eins. Und wenn die Samsung-Männer etwas erreichen wollen, dann mit aller Macht - und allem Geld, das sie besitzen.

Niemand hat das so zu spüren bekommen wie die Speicherchiphersteller.

Es ist Februar 1983, und Konzerngründer Lee Byung Chull, der Vater des heutigen Vorsitzenden, hat im Tokioter Hotel "Okura" seine wichtigsten Führungskräfte um sich versammelt. Noch im selben Jahr werde Samsung groß in das Halbleitergeschäft einsteigen, lässt er sie wissen. Ausgerechnet in jene Branche, die von japanischen und US-Herstellern dominiert wird und in der die Koreaner nur eine Statistenrolle spielen. Samsung Börsen-Chart zeigen liegt bei den Speicherchips damals etwa viereinhalb Entwicklungsjahre zurück.

Doch Lee will um jeden Preis zum Exporteur aufsteigen. Er kauft Lizenzen für Grundlagentechnologien vom US-Konkurrenten Micron Börsen-Chart zeigen und investiert spektakulär in Produktionsanlagen. Topingenieuren bietet der Konzern das vier- bis fünffache Gehalt des damaligen Konzernpräsidenten, auch wenn das Eigenkapital durch die riskante Strategie bereits bedrohlich schrumpft.

Doch Lee ist unbeirrt und verordnet seiner Mannschaft mehr Geschwindigkeit. In nur sechs Monaten ziehen die Koreaner ihre erste Speicherchipfabrik hoch, Standard sind bis dahin zwei bis drei Jahre. Als die Samsung-Truppe feststellt, dass die hochsensible Fabrikausrüstung nur auf befestigten Straßen transportiert werden kann, teert sie kurzerhand die Transportwege selbst - und trocknet den Weg anschließend mit Industrieventilatoren.

Schneller sein, hoch investieren, den Markt mit Produkten fluten

Heute ist Samsung Technologieführer und hat einen Marktanteil von 40 Prozent. Während japanische Konkurrenten sich Mitte der 90er Jahre wegen des ruinösen Preiskriegs ganz aus dem Geschäft zurückzogen, ging Samsung noch stärker ins Risiko, eröffnete immer weitere Produktionslinien. "Über seine Investitionen hat Samsung die Konkurrenten einfach mürbe gemacht", erinnert sich ein Ex-Manager.

Seither bearbeitet Samsung so gut wie jeden neuen Markt nach demselben Muster: schneller sein, hoch investieren, schließlich den Markt mit Samsung-Produkten fluten. Mit dieser Strategie setzte sich das Unternehmen auch an die Spitze des TV-Geräte-Marktes, jetzt soll Apple Börsen-Chart zeigen überrollt werden.

Die US-Firma, die mit iPhone und iPad zur globalen Supermarke aufgestiegen ist, liegt allein im Geschäft mit Tablet-Rechnern noch vorn. Doch die Koreaner holen auch da auf. Geht es allein um die Technik, so liefert Samsung inzwischen vielfach die besseren Geräte.

Ein Grund dafür: Während Apple gezwungen ist, wesentliche Bauteile für seine Wunderflundern bei Samsung einzukaufen, stellen die einzelnen Divisionen innerhalb des Everland-Reichs einen Großteil der Komponenten selbst her. Die einzelnen Sparten liefern sich sogar untereinander einen Leistungswettlauf. Allein für die Handyentwicklung gibt es in Korea zwei Forschungsstandorte, die in erbittertem Wettstreit miteinander stehen.

Entwickeln die Koreaner ein neues, noch schärferes Display, können sie dieses rasch in die Serie übernehmen. Die Folge: In fast allen Vergleichstests der einschlägigen Fachzeitschriften reiht sich das iPhone inzwischen hinter den aktuellen Samsung-Topmodellen wie dem Galaxy Nexus oder dem Galaxy S3 ein. "Wir bezeichnen das iPhone intern als Galaxy A", stichelt Samsung-Manager Cho in Richtung seines größten Kunden - wobei das A für Apple steht.

© manager magazin 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung