Nach Börsengang Facebook-Aktie bricht ein

Der Börsengang von Facebook entwickelt sich für die Anleger zum Alptraum. Am ersten Handelstag ohne die vollständige Unterstützung der Konsortialbanken fiel die Aktie zeitweise um fast 14 Prozent auf 33 Dollar.
Börsenflop: Nur einen Tag nach dem IPO (Anzeige an der Nasdaq am New Yorker Times Square) verzeichnet Facebook zweistellige Kursverluste

Börsenflop: Nur einen Tag nach dem IPO (Anzeige an der Nasdaq am New Yorker Times Square) verzeichnet Facebook zweistellige Kursverluste

Foto: EMMANUEL DUNAND/ AFP

New York - Damit lag das Papier um fünf Dollar unter dem Ausgabepreis vom Freitag - und viele Anleger hatten auf Kurszuwächse von zehn, zwanzig oder mehr Prozent an den folgenden Handelstagen gesetzt.

Doch schon der heiß ersehnte Börsenstart des weltgrößten sozialen Netzwerks war von heftigen Problemen überschattet worden. Der Handel begann mit Verzögerung und es gab Orderprobleme. Zudem verlief die Kursentwicklung enttäuschend. Die US-Börse Nasdaq, an der die Papiere gelistet sind, kündigte nach den Schwierigkeiten Änderungen bei ihrem Prozedere für Börsengänge an.

Konsortialführer Morgan Stanley hatte beim Debüt am Freitag in die Bresche springen müssen, um zu verhindern, dass die Aktie von Facebook  unter den Ausgabepreis von 38 Dollar fällt. Die Stützungskäufe, die das Geldhaus Millionen gekostet haben dürften, gab es am Montag aber nicht mehr.

Preis je Aktie war kurz vor IPO angehoben worden

Die ungewöhnlich steile Talfahrt warf dennoch Fragen nach der Ursache auf. Einige Beobachter bezeichneten den Ausgabepreis von 38 Dollar, den die Konsortialbanken festgelegt hatten, als zu hoch. Der Preis war noch kurz vor dem IPO angehoben und auch die Zahl der zum Verkauf stehenden Aktien war ausgeweitet worden.

Andere Experten sahen die Schuld vor allem bei der Nasdaq, die mit dem Facebook-Börsengang den größten IPO ihrer Geschichte bewältigen musste. Die Technologiebörse versicherte, die jetzt geplanten Änderungen würden eine Wiederholung des Geschehens vom Freitag verhindern.

Die Aufarbeitung der Pannen vom Facebook-Börsenstart werden aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Morgan-Stanley-Kreisen zufolge gibt es immer noch Aufträge, die nicht abgewickelt wurden.

Facebook  wollte sich nicht äußern. Analysten sehen Facebook nun erst einmal auf dem Boden der Tatsachen zurück. Investoren könnten die Aktie jetzt zunächst mit Vorsicht behandeln. Es existierten Bedenken bezüglich der Wachstumsaussichten und der Entwicklung der Werbeeinnahmen, sagte Analyst Brian Wieser von der Pivotal Research Group. Er halte einen Facebook-Aktienpreis von 30 Dollar für angemessen. Ähnlich mahnend hatten sich vor dem Börsengang auch andere Experten geäußert. Gleichwohl hatten Anleger die Papiere auch zu dem angehobenen Preis von 38 Dollar gezeichnet.

la/reuters
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