Erstnotiz Facebook-Aktie schwankt stark

Facebook-Fieber an der Nasdaq: Die Aktie startet mit 42,05 US-Dollar in den Handel - mehr als 10 Prozent über dem Ausgabekurs von 38 Dollar. Anschließend schwankt die Aktie jedoch stark. Der Dax rutscht unterdessen weiter ab und schließt den fünften Tag in Folge im Minus.
Facebook geht an die Börse: Der erste Kurs lag mit 42,05 Dollar deutlich über dem Ausgabekurs von 38 Dollar

Facebook geht an die Börse: Der erste Kurs lag mit 42,05 Dollar deutlich über dem Ausgabekurs von 38 Dollar

Foto: ddp images/AP/ AP

New York / Frankfurt am Main - Die Aktie des weltgrößten sozialen Netzwerks Facebook hat bei ihrem Börsendebüt am Freitag in New York zunächst kräftig zugelegt. Die für 38 Dollar ausgegebenen Papiere notierten bei der Erstnotiz bei 42,05 Dollar und kletterten im Anschluss kurzzeitig sogar auf 43 US-Dollar - ein Plus von mehr als 10 Prozent.

Anschließend kam der Kurs jedoch zeitweise wieder bis auf 38 US-Dollar zurück: Bliebe es bei einem minimalen Kursplus gegenüber dem Zeichungskurs, würde der Börsengang als eine Enttäuschung gelten. Im Vorfeld hatten viele Analysten mit Kursen von mehr als 50 Dollar am ersten Handelstag gerechnet. Am Abend pendelte der Kurs der Aktie dann knapp unter der Marke von 40 Dollar, ein Plus von rund 5 Prozent.

Experten waren sich uneinig, ab welchem Kursaufschlag das Börsendebut als Erfolg gewertet werden könnte. Während manche Börsianer einen Aufschlag von rund 10 Prozent zum Handelsschluss für ordentlich hielten, hatten sich andere deutlich mehr versprochen.

Angesichts des Hypes um Facebook traten die sonst marktbewegenden Nachrichten etwa zur Euro-Schuldenkrise an den US-Börsen etwas in den Hintergrund.

Der Dow Jones  legte im frühen Handel um 0,3 Prozent zu, rutschte später aber mit 0,4 Prozent ins Minus. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite (Kurswerte anzeigen) rutschte ebenfalls in die Verlustzone.

Dax schließt erneut im Minus - Wochenverlust von 5 Prozent

Der deutsche Leitindex Dax  setzte unterdessen seine Talfahrt fort und beendete den Xetra Handel mit einem Minus von 0,6 Prozent bei 6271 Zählern. Damit schließt der Dax den fünften Tag in Folge tiefer. Der Wochenverlust beträgt rund 5 Prozent.

Der Mitte März noch mehr als 20-prozentige Jahresgewinn im Dax  ist inzwischen auf rund 6 Prozent zusammengeschmolzen.

Vor allem der angeschlagene spanische Bankensektor hatte den Anlegern am Morgen noch Sorgen bereitet und auch deutsche Bankenaktien deutlich belastet. In der Nacht zum Freitag hat die Ratingagentur Moody's 16 spanische Banken herabgestuft.

Zur Begründung hieß es bei Moody's, die Möglichkeit der spanischen Regierung zur Stützung einzelner Banken habe sich verschlechtert. Spanien kündigte daraufhin am Freitag an, die heimischen Banken mit Hilfe namhafter Wall-Street-Häuser zu durchleuchten. "Maßgebend und prägend für die heutige Kursentwicklung waren wieder einmal Nachrichten aus Griechenland und die Abstufung der spanischen Banken", sagte Händler Andres Lipkow von MWB Fairtrade. Der Verfall von Index- und Aktienoptionen an der Terminbörse Eurex habe hingegen nur kurzfristig Einfluss gehabt.

Griechenland: Euro-Zone rüstet sich für Austritt

Neuigkeiten gab es auch zu Griechenland: Die EU-Kommission und die EZB arbeiteten EU-Handelskommissar Karel De Gucht zufolge an Notfall-Szenarien für den Fall, dass Griechenland aus der Euro-Zone austreten sollte. Es ist das erste Mal, dass ein Vertreter der EU-Kommission die Existenz von Notfallplänen für den Fall eines griechischen Euro-Austritts öffentlich einräumt.

Starke Kursschwankungen bei Bankentiteln

Aktien der Commerzbank (Kurswerte anzeigen), die bereits mit einem Minus von rund 3 Prozent gestartet waren, setzten auch am Freitag ihre Talfahrt fort, konnten die Verluste aber auf 0,6 Prozent begrenzen. Aktien der Deutschen Bank (Kurswerte anzeigen) konnten sich am frühen Nachmittag zeitweise an die Dax-Spitze setzen, doch die Gewinne bröckelten im späten Handel wieder ab. Die Aktie ging knapp behauptet aus dem Handel.

Die Aktien der Autobauer standen weiterhin unter Verkaufsdruck. Börsianer führten dies auf Berichte zurück, wonach chinesische Autohändler zunehmend mit hohen Lagerbeständen unverkaufter Autos und einem entsprechenden Preisdruck zu kämpfen haben. Aktien von Volkswagen , BMW (Kurswerte anzeigen) und Daimler (Kurswerte anzeigen) notierten durchweg leichter.

Mit zweistelligen Kursaufschlägen profitierten Aktien von Solarworld (Kurswerte anzeigen) an der TecDax-Spitze fortgesetzt von US-Strafzöllen gegen chinesische Solarimporte. Das amerikanische Handelsministerium hat Zölle zwischen 31 und 250 Prozent gegen chinesische Unternehmen verhängt. Grund sei, dass diese dank der Subventionierung durch den Staat ihre Produkte unter den Herstellungskosten anböten, hieß es. Die endgültige Entscheidung wird Anfang Oktober getroffen. Solarworld produziert in den USA und hatte die Strafzölle zusammen mit US-amerikanischen Unternehmen angestrengt.

Aktien des US-Herstellers First Solar waren daraufhin um knapp 7 Prozent hochgeschnellt, die an der Wall Street gelisteten chinesischen Konkurrenten Trina Solar dagegen um fast 8 Prozent abgesackt.

Börsengang: Fünf Gründe, warum Facebook zu teuer ist

la/rtr
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