Mittwoch, 20. November 2019

Horrende Pensionszusagen Dax-Konzerne legen für Manager-Renten 637 Millionen Euro zurück

Reiche in Rente: Die Pensionszusagen für Topmanager
DPA

Deutsche Dax-Vorstände müssen sich um ihren Ruhestand nicht sorgen, ihre Arbeitgeber versorgen sie mit Millionen-Pensionen. So garantierten die 30 Dax-Konzerne ihren aktiven Vorständen Ende 2011 Pensionszusagen von rund 637 Millionen Euro. Spitzenreiter ist der Daimler-Chef Zetsche.

Hamburg - Deutschlands Topmanager sind im Alter äußerst gut versorgt. Üppige Aktienpakete, hohe Übergangsgelder und großzügige Firmenrenten garantieren den obersten Führungskräften der Republik einen sorgenfreien Ruhestand.

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "DER SPIEGEL" haben die Manager deutscher Großunternehmen Pensionsansprüche über mehrere Hundert Millionen Euro angehäuft. So hätten allein die 30 Dax-Konzerne für ihre amtierenden Vorstände mehr als 637 Millionen Euro für Ruhegeldzahlungen zurückgestellt, berichtet das Magazin auf Basis eigener Berechnungen.

Spitzenreiter ist demnach der Daimler-Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche mit bislang zugesagten Pensionsanwartschaften von 29,6 Millionen Euro. Dahinter folgten VW-Chef Martin Winterkorn mit 19,7 Millionen und Josef Ackermann von der Deutschen Bank mit 18,8 Millionen Euro.

Daneben hätten viele Manager weitere Sonderkonditionen. Bei vielen Dax-Konzernen könnten die Manager bereits mit 60 Jahren in Rente gehen, so etwa bei der Allianz, bei Bayer, BASF, Daimler und SAP. Besonders großzügig ist laut "SPIEGEL" die Deutsche Post DHL. Deren Chef darf bereits mit 55 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand gehen - abschlagsfrei wohl gemerkt. Gewöhnlichen Beitragszahlern der gesetzlichen Rentenversicherung dagegen wird die Rente um mehr als 14 Prozent gekürzt, wenn sie mit 63 statt mit 67 Jahren aus dem Job ausscheiden.

Top-Manager hätten zudem oft die Wahl, ob sie sich eine monatliche Rente auszahlen lassen oder die ganze Summe auf einen Schlag. Der ehemalige Post-Chef Klaus Zumwinkel entschied sich für die letztere Variante und ließ sich bei seinem Abgang 20 Millionen Euro überweisen, berichtet das Magazin weiter.

rei/dapd

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