Dienstag, 2. Juni 2020

Girogo, PayPass und Co. Karte gezückt, Geld weg

Bald auch ohne PIN oder Unterschrift: Bezahlen mit Bankkarte ist per Funk möglich

2. Teil: Kontrolle über die eigenen Finanzen erschwert

Gedacht ist der Einsatz der neuen Karte vor allem für diese Kleinbeträge. Beträge bis 20 Euro können per Funk ohne PIN oder Unterschrift bezahlt werden. Nutzer neuartiger Visa- oder Mastercard-Karten können bis zu einem Betrag von 25 Euro ohne PIN oder Unterschrift zahlen.

Der Datenaustausch soll sicher sein, versichern die Anbieter. "Die Daten werden verschlüsselt übertragen", erklärt Michaela Roth. Händler müssten sich zudem registrieren lassen und die eingesetzten Terminals über ein Sicherheitszertifikat verfügen. Ähnlich argumentieren auch die Kreditkartenunternehmen.

So einfach der Einsatz ist - gedankenlos sollten Kunden die neuen Karten nicht verwenden. Denn Verbraucher könnten bei häufigem Gebrauch der neuen Karten schnell den Überblick über ihre Finanzen verlieren, warnt Verbraucherschützer Feck. "In meinem Portemonnaie kann ich schnell erkennen, wie viel Geld ich noch habe. Auf der Geldkarte ist das nicht ohne weiteres möglich."

Zudem müssen Kunden auf die neuen Karten gut aufpassen - besonders, wenn sie voll aufgeladen sind. "Die Karten haben die gleiche Qualität wie Bargeld", betont DSGV-Sprecherin Roth. "Wenn ich sie verliere, ist das Guthaben weg."

Karte bei Verlust sofort sperren lassen

Denn auch Unbefugte könnten kleinere Rechnungen kontaktlos ohne PIN und Unterschrift begleichen. Um einem größeren Verlust vorzubeugen rät Verbraucherschützer Feck daher, den neuen Chip nicht voll aufzuladen. Denn ein Verlust von 20 Euro schmerze nicht so sehr, wie ein Verlust von 200 Euro.

Zusätzlich sollte die Girokarte bei Verlust sofort gesperrt werden, empfiehlt Michaela Roth. Denn sonst versuchten Kriminelle möglicherweise, auch an das Guthaben auf dem Konto zu kommen. "Auch für die neuen Karten gelten die gleichen Sicherheitsanforderungen wie für die bisherigen Karten."

Noch können Verbraucher nur an wenigen Stellen kontaktlos bezahlen. An dem Pilotversuch der Deutschen Kreditwirtschaft beteiligen sich zunächst die Esso-Tankstellen, die Douglas-Gruppe (Thalia, Christ, Hussel, AppelrathCüpper) und der Einzelhändler Edeka.

Das Mastercardsystem "PayPass" akzeptieren viele Tankstellen (BP/Aral) und die Gastronomiekette Vapiano. Die kontaktlose Visa-Zahlungskarte ("Visa payWave") wollen bis Mitte 2012 sieben deutsche Banken an ihre Kunden ausgeben.

nis/dpa/tmn

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