Aigner droht Banken Jeder zweite "Beipackzettel" mangelhaft

Die vorgeschriebenen Informationsblätter der Banken und Sparkassen zu Finanzprodukten haben schwere Mängel. Verbraucherministern Ilse Aigner droht der Branche jetzt mit Konsequenzen.
Verliert die Geduld: Banken informieren ihre Kunden schlecht, ist Verbraucherministerin Aigner überzeugt

Verliert die Geduld: Banken informieren ihre Kunden schlecht, ist Verbraucherministerin Aigner überzeugt

Foto: dapd

Berlin - "Sollte es der Finanzwirtschaft nicht gelingen, im Laufe des Jahres zu Verbesserungen und einer Vereinheitlichung zu kommen, werde ich mich dafür einsetzen, den Inhalt der Produktinformationsblätter noch konkreter durch Rechtsverordnung vorzuschreiben", sagte die CSU-Politikerin. Noch im März wolle sie darüber mit Banken, Sparkassen und Verbraucherschützern beraten.

Laut einer Stichprobe für das Ministerium gibt es erheblichen Nachbesserungsbedarf bei den seit 1. Juli 2011 verpflichtenden Kurz-Zusammenfassungen zu Funktionsweise, Risiken und Kosten von Finanzprodukten. Etwa zur Hälfte seien gesetzliche Anforderungen an Vollständigkeit, Verständlichkeit und Vergleichbarkeit nicht erfüllt.

"Dafür habe ich keinerlei Verständnis", kritisierte Aigner. Die Institute hatten genug Zeit gehabt, sich vorzubereiten. Mehr als ein Viertel der untersuchten "Beipackzettel" sei mit "verschachtelten Sätzen, nicht erläuterten Fachbegriffen, zu detaillierten Angaben oder schwammigen Formulierungen kaum verständlich". Ausgewertet wurden 160 Beipackzettel, dazu wurden 2000 Verbraucher befragt.

Die Deutsche Kreditwirtschaft als Dachorganisation der privaten Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken erklärte, transparente und verständliche Information über Finanzprodukte seien ein wichtiges Anliegen. Der freiwillig entwickelte Gliederungsstandard für die Blätter habe sich in der Praxis bewährt und entspreche auch nach Auffassung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) den rechtlichen Vorgaben. Für konstruktive Vorschläge zur Verbesserung sei die Branche aber aufgeschlossen.

rei/dpa

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