Dienstag, 10. Dezember 2019

Umfrage unter Geldprofis Dividendentitel sind Favoriten

Prozente: Die Dividendenrendite im Dax 30 liegt derzeit deutlich über der durchschnittlichen Anleihenrendite

Die großzügige Geldpolitik der Notenbanken und bessere Konjunkturaussichten treiben die Kurse für Aktien in die Höhe. Doch hält der Trend an? Und welche Papiere bieten gute Perspektiven? manager magazin Online befragt renommierte Vermögensverwalter nach ihrer Strategie.

Hamburg - Die Börsen sprechen daher eine klare Sprache: Niedrige Zinsen und hohe Liquidität treiben die Kurse für Vermögenswerte in die Höhe. Der Dax Börsen-Chart zeigen legt seit Anfang des Jahres 16 Prozent zu, Gold Börsen-Chart zeigen um 12 Prozent, die Umlaufrendite von Bundesanleihen beträgt gerade mal 1,52 Prozent.

An den Börsen herrscht wieder Zuversicht. Viele wichtige Aktienmärkte befinden sich in einem Aufwärtstrend. Nur ein Strohfeuer - oder doch der Beginn eines Bullenmarktes? Geht es nach der Mehrheit der Vermögensverwalter sollte diese Entwicklung anhalten.

"Grundsätzlich sind Aktien im derzeitigen Umfeld mit niedrigen Zinsen und einer üppigen Versorgung der Märkte mit Zentralbankliquidität die attraktivste Anlageklasse", sagt Marco Hermann, Geschäftsführer und Chief Investment Officer der Fiduka Depotverwaltung.

Damit steht er nicht allein. Liquidität, Aktien, Sachwerte nennen renommierte Vermögensverwalter derzeit als attraktive Investments, wie eine exklusive Umfrage von für Manager Magazin online zeigt. "Grundsätzlich präferieren wir aktuell solche Anlageklassen, die eher einen realen als einen geldlichen Wert repräsentieren", sagt Carsten Hermann, Geschäftsführer und Leiter Investment Management bei Feri Trust. Dazu zählt er nicht nur Aktien oder Anleihen, sondern ausdrücklich auch alternative Investments und nennt Hedgefonds oder Private Equity als aussichtsreiche Alternative.

Das Umfeld für Geldanlage war dabei nur selten so schwer kalkulierbar wie derzeit. Die Lösung der Euro-Krise hängt extrem stark von der Politik ab. Darauf stellen sich die Anlageprofis ein: "Wir brauchen eine hohe Liquidität, um schnell reagieren zu können. Die Finanzmärkte sind stark getrieben von der Politik", sagt Volker Schnabel, Analyst bei der Vermögensverwaltung Mack und Weise aus Hamburg. Sein Haus hält derzeit die Hälfte des Kapitals in Cash. Dazu zählt Schnabel auch kurzlaufende Bundesanleihen, die selbst in extremen Krisenzeiten gut handelbar sind. Schnabel sieht die starke Versorgung der Notenbanken mit Liquidität kritisch: "Zwar können wir eine Aufblähung der Geldmenge beobachten, aber die Transmission in die Realwirtschaft misslingt. Wir sehen die Gefahr von deflationären Tendenzen."

Das Inflationsgespenst verliert an Schrecken

Auch die Mehrheit der anderen Vermögensverwalter hält stark steigende Preise für unwahrscheinlich: "Wir rechnen in Europa und USA in den nächsten Jahren mit deflationären Gefahren. Die Ausweitung der Geldmenge kommt nicht im Konsumkreislauf an, sondern wird über die Banken in die Staatshaushalte gepumpt", sagt Max Schott von der Vermögensverwaltung Sand und Schott. Das könnte sich auf lange Sicht allerdings ändern: "Im laufenden Jahr wird sich infolge der Konjunkturabschwächung die Inflation beruhigen, aber langfristig besteht die Gefahr steigender Inflationsraten. In der heutigen Notsituation versorgen die Notenbanken die Finanzmärkte mit überschüssiger Liquidität, die später zu Inflation führen wird", betont Hermann von Fiduka. Er richtet sich schon jetzt darauf ein: "Wir beugen dem Inflationsrisiko insbesondere mit Investments in substanzstarken Aktien und Rohstoffwerte vor."

Doch nicht alle Vermögensverwalter favorisieren gegenwärtig Aktien. So hat der Vermögensverwalter Mack und Weise aktuell nur 15 Prozent des Kapitals in Aktien investiert. Dagegen liegt der Anteil der Dividendentitel bei Portfolio Concept bei 31 Prozent und beträgt 65 Prozent im chancenorientierten Depot der Vermögensverwaltung Sand und Schott. Der Optimismus des Hauses und etlicher Konkurrenten hat seinen Grund: "Aktien sind weiterhin attraktiv bewertet, insbesondere im Vergleich zu Rentenanlagen. Die Gewinnbewertung und die Dividendenrenditen sind sowohl historisch, aber auch im Vergleich zu anderen Anlageklassen interessant", sagt Claus Walter, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Freiburger Vermögensmanagement.

Ein Großteil der Vermögensverwalter findet hierzulande gute Unternehmen: "Gute Chancen sehen wir in den wirtschaftlich prosperierenden Regionen Deutschland und in Schwellenländern sowie seit kurzem auch wieder in den USA", sagt Alexander H. Stütz, Geschäftsführer und Leiter Vermögensverwaltung Portfolio Concept. Vor allem in den USA belebt sich der Arbeitsmarkt und die Stimmungsindikatoren drehten in eine positive Richtung. "Insbesondere global ausgerichtete Nahrungsmittelhersteller wie Nestlé Börsen-Chart zeigen, Unilever Börsen-Chart zeigen oder Coca-Cola Börsen-Chart zeigen profitieren weiterhin von einer wachsenden Nachfrage, die durch veränderte Lebensbedingungen in den Entwicklungsländern angetrieben wird", fügt Stütz hinzu. Investoren, die gegen den Strom schwimmen, können einen Blick auf die Versorger werfen: "Aktien von Versorgern wie Eon Börsen-Chart zeigen oder RWE Börsen-Chart zeigen sind wieder interessant. In den Kursen sind alle schlechten Nachrichten eingepreist. Diese Papiere bieten stabile Cashflows und hohe Dividendenrenditen", betont Schnabel.

Substanzstarke Unternehmen, die vom Wachstum in den Schwellenländern profitieren, aber aufgrund ihrer Substanz auch eine wirtschaftliche Abschwächung gut verkraften können, sind auch der Favorit der Freiburger Vermögensmanagement und nennt als Beispiel die Autobauer BMW Börsen-Chart zeigen oder Volkswagen Börsen-Chart zeigen, der Chemieriese BASF Börsen-Chart zeigen, der Gasspezialist Linde Börsen-Chart zeigen, aber auch Technologiewerte wie Apple Börsen-Chart zeigen, IBM Börsen-Chart zeigen oder SAP Börsen-Chart zeigen.

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