Lycos Ausstieg aus dem Geschäft mit Internet-Suchmaschinen

Das Web-Portal steigt aus seinem Ur-Geschäft mit Internet-Suchmaschinen aus. Das norwegische Start-up Fast Search and Transfer, an dem die US-Firma gemeinsam mit Dell Computer beteiligt ist, soll diese Aufgaben künftig übernehmen.

Boston - "Wir werden das 'Spidering' und die Katalogisierung für die große Suchmaschine auslagern", erklärte Lincoln Jackson, der zuständige Produktmanager im Gespräch mit digitalMASS, dem Online-Dienst der Tageszeitung "The Boston Globe".

"Spider", "Crawler" oder "Bot" heißt ein Programm, das Internet-Seiten besucht und die dortigen Informationen liest, um Einträge für den Index einer Suchmaschine zu erzeugen. Lycos ist nach einem solchen "Spider"-Programm benannt, das an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh entwickelt wurde.

"Angesichts der Zahl der Leute, die dafür benötigt werden, können wir aus dem 'Spidering' des gesamten Internets kein Geschäft machen", führte Jackson weiter aus. Das norwegische Unternehmen Fast Search and Transfer ASA soll diese Aufgaben künftig übernehmen.

Die Computer der Osloer Firma stehen dem Bericht zufolge im selben Rechenzentrum in Waltham wie die von Lycos. Wie Inktomi stellt das Unternehmen den Betreibern von Internet-Portalen die für Suchangebote erforderliche Technologie zur Verfügung.

Im vergangenen Jahr hatte Lycos zusammen mit der Dell Computer 47 Millionen Dollar in das norwegische Start-up-Unternehmen investiert. Bis zum kommenden Jahr wollen die Norweger eine Milliarde Internet-Seiten katalogisiert haben.

Von der am Neuen Markt der Frankfurter Wertpapierbörse gelisteten Tochtergesellschaft Lycos Europe war am Montag kein Stellungnahme zu dem Bericht zu erhalten.