Opel Hendry: "Ich bleibe" - 2000 Stellen fallen weg

Firmen-Chef Robert Hendry will dem Druck stand halten. Trotz Streiks bei der Belegschaft und dem Abgang mehrerer Vorstände will er seinen Führungsposten behalten. Dem deutschen Traditions-Konzern droht unterdessen ein weiterer Bedeutungsverlust innerhalb des GM-Imperiums.

Frankfurt am Main - "Ich bleibe bei Opel, um dieses 138 Jahre alte deutsche Unternehmen auch weiterhin mit allen Kräften auf seinem Weg in eine erfolgreiche Zukunft zu unterstützen", sagte Hendry bei der Vorstellung der Bilanz.

Am Wochenende waren aufgekommen, Hendry werde von der Konzernmutter General Motors (GM) im Oktober abberufen, weil die Kooperation mit Fiat bei Opel eine Krise einschließlich massiver Arbeitsniederlegungen ausgelöste.

Die Allianz zwischen Fiat und GM dürfte bereits mittelfristig zu einer weiteren Verringerung des Opel-Einflusses innerhalb des weltweiten GM-Imperiums führen. Die Italiener und die Amerikaner wollen noch im Sommer Gemeinschaftsunternehmen für die wichtigen Bereiche Einkauf sowie im Motorenbau etablieren.

An diesen Holdings werden sich beide Partner mit jeweils 50 Prozent beteiligen. Daran angehängt werden dann auf nationaler Ebene die jeweils ausgegliederten Abteilungen.

Die wichtige Sparte Antrieb soll dabei von einem Fiat-Manager besetzt werden. Die Holding für den gemeinsamen Einkauf wird an der Spitze von GM geführt.

Bei der Sparte Entwicklung und Antrieb dürfte der Einfluss von Opel von derzeit 40 auf 20 Prozent zurückgehen, war im Management zu hören. Obwohl Betriebsräte und Belegschaft die Absicherung der Einkommen und der sozialen Standards durchsetzen konnten, herrscht unverändert eine große Unsicherheit bis hinauf in die Führungsebenen.

Den Fiat-Managern wird größeres Verhandlungsgeschick und eine bessere Öffentlichkeitsarbeit bescheinigt. Als entscheidender Nachteil im internen Machtgerangel wird gesehen, dass nach dem Ausscheiden von PR-Fachmann Horst Borghs aus dem Vorstand kaum noch ein klassischer Opel-Manager an der Spitze steht. Hendry, der Ende 1998 die Serie amerikanischer Opel-Chefs fortsetzte, spricht kein Deutsch.

Nach dem erneuten Verlust im Jahre 1999 wird die Opel-Belegschaft weiter abgebaut. Zum Jahresende 1999 waren bei Opel 42.317 Personen beschäftigt. Bis Ende Dezember diesen Jahres sollen es 2000 Arbeitsplätze weniger sein.