Samstag, 7. Dezember 2019

Großbank Schuldenkrise beschert SocGen Gewinneinbruch

Gewinneinbruch: Die SocGen verdiente im vierten Quartal nur noch 100 Millionen Euro

Die französische Großbank Societe Generale fürchtet nach einem miserablen vierten Quartal weiteres Ungemach in diesem Jahr. Ein schwaches Ergebnis im Anleihehandel und Investmentbanking zehrte den Gewinn des Instituts zum Jahreswechsel weitgehend auf.

Paris - Immerhin gelang es dem kleineren Rivalen der BNP Paribas, sich sechs Monate früher als geplant auf schärfere Kapitalanforderungen vorzubereiten und Geschäftsteile im Wert von mehr als zehn Milliarden Euro zu verkaufen. "Wir müssen Vorsicht walten lassen, weil das Geschäftsumfeld nach meiner Einschätzung 2012 volatil bleiben wird", sagte der Chef von Société Générale Börsen-Chart zeigen, Frederic Oudea, am Donnerstag in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Zumindest der Jahresanfang sei auf den Finanzmärkten gut gelaufen.

Auf das Institut kämen jedoch weitere Kosten für den Schuldenabbau zu. Die Euro-Schuldenkrise hat der gesamten Branche am Jahresende schwer zu schaffen gemacht - vor allem Instituten mit einem großen Anleihehandel wie der Societe Generale. Deshalb schlossen etwa die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen sowie Credit Suisse das Quartal mit einem Verlust ab.

Hoher Verlust im Investmentbanking

In der wichtigen Sparte Investmentbanking und Firmenkunden landete auch Societe Generale in dieser Zeit mit einem Minus von 482 Millionen Euro in den roten Zahlen. Der fallende Wert von aus der Finanzkrise übrig gebliebenen "toxischen" Wertpapieren und die Schuldenkrise schmälerten die Einnahmen der Sparte um zwei Drittel.

Bei griechischen Staatsanleihen sorgen die Franzosen vor und bewerten sie nun mit einem Abschlag von 75 Prozent, womit sie auf den von Privatgläubigern erwarteten Beitrag zur Rettung des Landes in Höhe von 70 Prozent vorbereitet wären. Die Aktie machte am Nachmittag anfängliche Verluste wett und legte in einem schwächeren Markt bis zu ein Prozent zu.

Das gesamte Institut verdiente im Schlussvierteljahr nur noch 100 Millionen Euro, während Analysten von 190 Millionen Euro ausgegangen waren. Ein Jahr zuvor hatte hier noch ein Plus von 874 Millionen Euro geprangt. Die Einnahmen gingen im Jahresvergleich um mehr als zwölf Prozent auf 6,01 Milliarden Euro zurück.

Oudea erklärte, das Institut bereite derzeit den Verkauf von mehreren Geschäftssparten vor. Was er abstoßen will, wollte er jedoch nicht sagen. Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Branchengrößen hat BNP Paribas am Mittwoch unerwartet starke Geschäftszahlen vorgelegt. Vor allem das starke Privatkundengeschäft ermöglichte dem Institut einen überraschend hohen Gewinn von 765 Millionen Euro.

la/reuters

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