Finanzbranche Commerzbank und Dresdner sprechen miteinander

Die Gerüchte scheinen sich zu bestätigen. Commerzbank und Dresdner Bank sondieren offenbar, ob ein Zusammenschluss sinnvoll ist. Eine rasche Fusion wird es aber nicht geben, heißt es in Finanzkreisen.

Frankfurt am Main - Konkrete Verhandlungen gebe es derzeit nicht, hieß es am Freitag in den Kreisen. Die Gespräche befänden sich in einem sehr frühen Stadium, hieß es. "Es wird sondiert, ob es Möglichkeiten zur Zusammenarbeit in Teilbereichen oder auf breiterer Basis gibt." Eine mögliche Fusion beider Banken würde noch Monate dauern.

Ein Bericht des "Wall Street Journals", wonach sich Commerzbank-Chef Martin Kohlhaussen und sein Kollege Bernd Fahrholz von der Dresdner Bank am Samstag treffen wollen, wurde von den Insidern dementiert. In den Kreisen wurde darauf verwiesen, dass beide Institute sich mit einer möglichen Fusion viel Zeit lassen würden. Zu präsent sei noch das Scheitern der Pläne von Dresdner und Deutscher Bank im April.

"Wir kommentieren grundsätzlich Marktgerüchte nicht", sagte Commerzbank-Sprecher Peter Pietsch am Freitag. Nur so viel: Nach dem Scheitern der Fusionspläne zwischen der Deutschen Bank und der Dresdner Bank im April habe Kohlhaussen bereits gesagt, er sei grundsätzlich zu Gesprächen mit der Dresdner Bank bereit.

Eine Sprecherin der Dresdner Bank erklärte, Fahrholz habe auf der Hauptversammlung vor einigen Wochen "alles zur Strategie der Dresdner Bank gesagt". Bei der Erläuterung der Strategie sei damals nicht die Rede von der Commerzbank gewesen.

Der Münchener Versicherungskonzern Allianz lehnte ebenfalls eine Stellungnahme ab. Ein Sprecher sagte, er werde weder Spekulationen um Fusionsabsichten der beiden Kreditinstitute noch Gerüchte kommentieren, wonach möglicherweise die Allianz an dem 17-prozentigen Anteil des Commerzbank-Großaktionärs CoBRa interessiert sein soll. Die Allianz ist mit knapp 22 Prozent der größte Anteilseigner der Dresdner Bank.

Die Commerzbank steht nach Angaben von Branchenkennern unter dem Druck ihres neuen Großaktionärs CoBRa, der dem Vernehmen nach mehrere Interessenten für seinen 17-Prozent-Anteil an der Commerzbank ausländische Interessenten sucht.

CoBRa -Geschäftsführer Hansgeorg Hofmann wollte sich zu den Spekulationen nicht äußern. "Das ist ein kritischer Moment und ich möchte zurzeit keine Kommentare abgeben", sagte er am Freitag. Dass die Allianz an dem Commerzbank-Anteil der CoBRa interessiert ist, ist nach Angaben aus Kreisen sehr unwahrscheinlich.

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