Samstag, 7. Dezember 2019

Gerüchte Douglas dementiert Zerschlagungspläne

Noch nichts eingetütet: Neben den Parfümerien gehören die Buchkette Thalia, der Juwelier Christ, die Modehäuser Appelrath Cüpper sowie die Hussel-Süßwarenläden zu Douglas

Die Gründerfamilie Kreke will die Mehrheit an Douglas erwerben und die Firma vielleicht von der Börse nehmen. Das erste Ziel dürfte teuer werden, das zweite kaum zu erreichen sein, sagen Analysten. Das genaue Motiv der Krekes bleibt unklar.

Hamburg - 10 Prozent runter am Mittwoch, 30 Prozent rauf am Donnerstag - Investoren haben in dieser Woche Jo-Jo mit der Douglas-Aktie gespielt. Derlei Kurssprünge mag kein Investor. Die Gründerfamilie Kreke des Lifestylekonzerns schon gar nicht. Sie strebt jetzt die Mehrheit an dem Unternehmen an - und langfristig womöglich auch ein Delisting der Aktie.

Denn die Gründerfamilie hält Douglas Börsen-Chart zeigen an der Börse nicht nur für unterbewertet, sondern ist auch "überzeugt, dass das Unternehmen erfolgreicher zu führen ist, wenn es nicht dem kurzfristigen Zwang der Quartalsberichterstattung unterliegt", wie Vorstandschef Henning Kreke im Interview mit der "Börsen-Zeitung" erklärt.

Analyst Ingbert Faust von Equinet bringt der Argumentation durchaus Verständnis entgegen. Auch er hält die Aktie für unterbewertet und macht zugleich auf zentrales Problem aufmerksam. "Das Douglas-Geschäft leidet unter einer hohen Saisonalität", sagt der Experte im Gespräch mit manager magazin Online.

So erwirtschafte die Gruppe in der Regel im ersten Quartal einen Großteil ihres Jahresergebnisses, während die übrigen Quartale dagegen dramatisch abfielen. "Für ein börsennotiertes Unternehmen ist das eine schlechte Voraussetzung und trägt dazu bei, dass Investoren die Aktie nicht besonders positiv beurteilen." Douglas weise zudem einen niedrigen Verschuldungsgrad auf und verfüge über "hervorragende Bilanzrelationen". Da stelle sich die Frage, ob die Börse als Finanzierungsinstrument noch für das Unternehmen eine Rolle spielt.

Kreke, Eklöh, Oetker - alle gegen Müller?

Ganz unbeteiligt ist der Kreke-Clan an dem jüngsten Auf und Ab der Aktie allerdings nicht. Ein düsterer Ausblick unter Verweis auf Probleme der Buchhandelskette Thalia hatte die Papiere am Mittwoch zunächst unter Druck gesetzt. Am Folgetag schnellten sie dann in die Höhe, weil Anleger nach Bekanntgabe der angestrebten Mehrheitspläne mit Hilfe offiziell noch nicht benannter Finanzinvestoren auf ein Übernahmeangebot spekulierten. Zu den angesprochenen Finanzinvestoren sollen unter anderem Apax Partners und BC Partners gehören.

Die Familie des Firmenpatriarchen Jörn Kreke (71) hält nach offiziellen Angaben 12,62 Prozent an der Holding. Zusammen mit der verwandten Familie Eklöh soll der Kreke-Clan auf rund 30 Prozent kommen. Weitere 25,8 Prozent hält die gegenüber den Krekes als loyal geltende Bielefelder Oetker-Gruppe. Ein Poolvertrag soll allerdings nicht bestehen. Mit rund 10 Prozent wiederum hatte sich im vergangenen Jahr der Drogerieunternehmer Erwin Franz Müller bei Douglas eingekauft und zugleich angekündigt, seinen Anteil auf bis zu 18 Prozent aufstocken zu wollen.

Zwar dementiert Vorstandschef Henning Kreke im Interview, dass die Familie mit ihrem Vorgehen eben diese Pläne des Großaktionärs Müller ausbremsen möchte. Beobachter schließen aber genau das nicht aus. So soll die Familie mit dem Drogisten aus dem Schwabenland bei strategischen Fragen in der Vergangenheit mehrfach über Kreuz gelegen haben. "Da ging es in der Vergangenheit nicht geräuschlos zu", weiß Analyst Jürgen Elfers von der Commerzbank.

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