Immobilienfonds DJE Real Estate wird aufgelöst

Die Krise der offenen Immobilienfonds zieht weitere Kreise, nun wird der Dachfonds DJE Real Estate aufgelöst. Der Grund liegt auf der Hand - der Fonds konnte die Rückgabewünsche seiner Kunden nicht erfüllen. Der Druck auf die noch offenen Fonds steigt damit weiter. 
Und nun? Offene Immobilienfonds schaffen es derzeit nicht aus den Schlagzeilen

Und nun? Offene Immobilienfonds schaffen es derzeit nicht aus den Schlagzeilen

Foto: dapd

Hamburg - Seit gut drei Jahren kommen die offenen Immobilienfonds nicht zur Ruhe. Eine Reihe von ihnen hat die Rücknahme der Anteilsscheine seit geraumer Zeit ausgesetzt. Einige von ihnen kämpfen noch damit, ihre Kassenbestände aufzustocken, um auf Rückgabewünsche ihrer Anleger vorbereitet zu sein. Andere haben bereits aufgegeben und wickeln die Fonds ab. Nun hat es mit dem DJE Real Estate  einen weiteren Fonds erwischt. Der Dachfonds investierte in offene Immobilienfonds wie den Degi Europa, aber auch in Immobilienaktien. Jetzt wird er zum 28. Dezember 2011 aufgelöst.

Der Fonds hatte zuletzt stark in offene Immobilienfonds investiert - unter anderem in den Axa Immosolutions, den TMW Immobilien Weltfonds, den Morgan Stanley P2 Value, den Degi Global Business und den Degi German Business -, die "die Rücknahme ihrer Anteile über einen längeren Zeitraum ausgesetzt haben, beziehungsweise sich bereits im Auflösungsverfahren befinden. Der Anteil dieser Zielfonds stellt einen erheblichen Teil des Portfolios dar", heißt es in einer Erklärung des Managements. In der Tat steckten 89 Prozen des Portfolios in Immobilienfonds, 9 Prozent in Immobilienaktien und 3 Prozent im Geldmarkt.

Ähnlich wie bei den Fonds, die bereits abgewickelt werden oder geschlossen sind, treffen also Rücknahmewünsche der Kunden auf die fehlende Liquidität der Fonds; ein Zielkonflikt, der nun auch beim DJE Real Estate zur Abwicklung führt. Und so liest sich die Erklärung des Managements ähnlich wie jene von Axa Immoselect oder Degi Europa, die beide aufgelöst werden. "Aufgrund der schwierigen Marktphase und der Verunsicherung durch mehrere Fondsschließungen in diesem Marktsegment, hat der DJE Real Estate hohe Anteilrückgaben erlitten. Die erschwerte oder fehlende Rückgabemöglichkeit der im Fonds gehaltenen offenen Immobilienfonds hat in den vergangenen Monaten zu einem deutlichen Abschmelzen der im DJE Real Estate enthaltenen liquiden Assets geführt."

Diese Auflösung mag die Probleme weiterer Zielfonds verschärfen. Denn nun wird der DJE Real Estate seine Beteiligungen Stück für Stück verkaufen - und möglichweise damit weitere Fonds dazu zwingen, die Rücknahme der Anteilsscheine auszusetzen. Für die Märkte ist die einzig beruhigende Nachricht, dass der JE Real Estate mit 230 Millionen Euro ein vergleichsweise geringes Volumen aufweist. Der Druck auf die noch offenen Fonds steigt also weiter. Denn jede Abwicklung könnte eine neue Verkaufswelle auslösen. Für die direkt betroffenen Investoren heißt es derweil abwarten - und vermutlich abwicklungsbedingte Verluste in Kauf zu nehmen.

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