KPN/Telefonica Firmenchefs drängen auf eine Fusion

Die Telefon-Ex-Monopolisten aus den Niederlanden und Spanien wollen weiter über eine Fusion reden. Die beiden Firmenchefs drängen Berichten zufolge ihre Grossaktionäre, sich von Aktienpaketen zu trennen. Gibt Vodafone den Takt vor?

Amsterdam/Madrid - Die Gespräche zwischen dem niederländischen Telefonkonzern KPN und der spanischen Telefonica gehen offenbar weiter. Der neue KPN-Chef Paul Smits soll in einem Brief an Premierminister Wim Kok gefordert, dieser solle sich bei seinem spanischen Amtskollegen Jose Maria Aznar persönlich für das Zustandekommen des Zusammenschlusses zwischen der KPN und der Telefonica einsetzen. Das berichtet die Tageszeitung "Welt".

Außerdem solle sich die niederländische Regierung rasch von ihrem KPN-Aktienpaket trennen, das beim jetzigen Börsenkurs rund 22 Milliarden Euro wert ist.

Dem Vernehmen nach soll die Bereitschaft der niederländischen Regierung zur vollständigen Privatisierung der KPN in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen sein.

Die beiden Konzerne hatten vor rund vier Wochen den Abbruch ihrer Fusionsverhandlungen gemeldet. Nun hat nach Informationen der "Welt" auch Telefonica-Chef Juan Villalonga einen neuen Versuch unternommen, um die Vertreter des Banco Bilbao Vizcaya Argentaria, der neun Prozent an Telefonica hält, zu einem Kurswechsel zu bewegen.