MP3.com Durchbruch bei digitaler Musik

Der börsennotierte US-Musikverlag MP3.com hat erstmals ein Abrechnungsmodell mit der Plattenindustrie durchgesetzt. Allerdings muss die Firma für ihr Business-Modell rund 75 bis 100 Millionen Dollar Schadenersatz zahlen.

New York - Die beiden Musikkonzerne BMG Entertainment und Warner Music Group haben sich mit der populären Internet-Musikfirma MP3.com in einer wichtigen Urheberrechtsklage auf einen Vergleich geeinigt. BMG ist die Musik- und Unterhaltungssparte der Bertelsmann AG.

MP3.com ermöglicht es Nutzern, Musik über den Computer zu hören. Die fünf großen internationalen Musikfirmen hatten MP3.com die Verletzung ihrer Copyright-Rechte vorgeworfen und das Unternehmen verklagt.

BMG und Warner haben ihren Vergleich mit MP3.com bereits am Freitag bekannt gegeben. Sie enthalten auch Lizenzvereinbarungen mit MP3.com, die es Nutzern der Online-Musikfirma erlauben, Musik im My.MP3.com-Onlinedienst zu speichern und abzuspielen, solange sie die Musikstücke vorher gekauft haben.

BMG und Warner teilten keine Einzelheiten mit. Das "Wall Street Journal" berichtete, dass MP3.com beiden Firmen im Rahmen des Vergleichs jeweils 20 Millionen Dollar zahlt.

Die beiden Musikfirmen erhalten nach Angaben der Zeitung auch jeweils 1,5 Cents, wenn ein Nutzer eines ihrer Musikstücke mit Hilfe von MP3.com speichert. Sie sollen jedes Mal einen drittel Cent erhalten, wenn ein Nutzer ein Musikstück abhört.

Für MP3.com ist das nach Ansicht von Branchenexperten ein großer Durchbruch. Jetzt steht für die Internetfirma allerdings noch eine Einigung mit den Musikfirmen Universal Music Group, EMI und Sony Music aus, die ebenfalls geklagt hatten.

Das "Wall Street Journal" schätzt, dass MP3.com den fünf Musikfirmen insgesamt 75 Millionen bis 100 Millionen Dollar zahlen muss. Außerdem muss sich die Internetfirma auch noch mit Musikverlegern und unabhängigen Musikfirmen einigen.

Warner und BMG hatten MP3.com vorgeworfen, Urheberrechte verletzt zu haben, indem das Unternehmen mehr als 40.000 CDs ohne Genehmigung der Musikfirmen auf seinen Computern gespeichert hatte. MP3.com- Nutzer konnten dann über bestimmte Online-Dienste von MP3.com Musik abhören, wenn sie elektronisch nachweisen konnten, dass sie bereits die jeweiligen Musikstücke selbst in ihrem Besitz hatten. Ein Richter in New York hatte angedeutet, dass die Gesellschaft damit Urheberrechtsverletzung begangen hat.