Zwangsarbeiter Gespräche vor dem Scheitern?

Den deutschen Unterhändlern gelingt es offenbar nicht, bei der Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern weitere Sammelklagen auszuschliessen. Die Gespräche stünden vor dem Ende, heisst es.

München - Die Anwälte früherer NS-Zwangsarbeiter planen offenbar unabhängig vom Ausgang der noch ausstehenden Gespräche über Entschädigungszahlungen neue Sammelklagen. "Die Klagen werden kommen", sagte der Münchner Rechtsanwalt Michael Witti der "Welt am Sonntag".

"Ich werde den Mandanten, deren Ansprüche man wegverhandelt hat, zu ihrem Recht verhelfen", fügte Witti hinzu. Dies habe er mit seinem US-Kollegen Melvyn Weiss besprochen, der ebenfalls Zwangsarbeiter-Klagen weiter vorantreiben wolle.

Aus deutschen Industriekreisen hieß es unterdessen im Vorfeld der für Montag in Washington geplanten neuen Gesprächsrunde über die Entschädigung früherer Zwangsarbeiter, die Verhandlungen stünden vor dem Scheitern. Hauptstreitpunkt ist weiterhin die Frage der Rechtssicherheit für deutsche Unternehmen.