Wegen Euro-Krise Moody's warnt Briten vor Ratingschreck

Die Bonitätswächter von Moody's nehmen jetzt auch Großbritannien ins Visier. Zwar behält der Staat noch sein Toprating. Doch das ist nach Meinung der Finanzprüfer bedroht - und zwar aufgrund der Krise in der Euro-Zone. Dabei sind die Briten so stolz, gar kein Teil von Euro-Land zu sein.
Londons Finanzdistrict Canary Wharf: Nicht immun gegen die Euro-Krise

Londons Finanzdistrict Canary Wharf: Nicht immun gegen die Euro-Krise

Foto: Lefteris Pitarakis/ AP

London - Die Topbonität Großbritanniens ist nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's auch von der Krise in der Euro-Zone bedroht. Die Bemühungen der Regierung um einen ausgeglichenen Haushalt könnten durch weitere Schocks für die Wirtschaft untergraben werden, sagte Moody's am Dienstag.

Bislang genießt Großbritannien das Toprating "Aaa", und der Ausblick wird von Moody's mit stabil bewertet. Die Fähigkeit des Landes, zusätzliche Belastungen für den Haushalt zu kompensieren, habe sich aber verschlechtert. Der Handlungsspielraum für Großbritannien sei geringer geworden, sagte Moody's-Analystin Sarah Carlson.

Der gegenwärtige stabile Ausblick für Großbritannien basiere auf der Annahme, dass die Regierung in London ihre Politik zur Haushaltskonsolidierung fortsetze, heißt es in der Jahresend-Einschätzung von Moody's. Eine Verschlechterung der makroökonomischen Aussichten oder die Notwendigkeit, dem Bankensystem zu helfen, könnten für die Haushaltskonsolidierung einen Rückschlag bedeuten.

Daher sei der Ausblick für das Rating Großbritanniens auch von den Entwicklungen in der Euro-Zone betroffen, obwohl das Land nicht selbst Mitglied des Währungsverbundes sei. Moody's betonte, dass diese Einschätzung keine Bewertungsaktion der Agentur für Großbritannien sei.

kst/rtr