Nordkorea Tod von Kim Jong Il belastet Asiens Börsen

Der Tod des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il sowie schlechte Nachrichten aus der Eurozone belasten die Börsen in Asien. Nicht nur Japan und Südkorea fürchten um die Stabilität in der Region. Auch der Dax startet mit Verlusten. Die Fluchtwährung Dollar legt zu.
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il starb am Sonnabend. Sein Sohn Kim Jong Un soll die Nachfolge übernehmen

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il starb am Sonnabend. Sein Sohn Kim Jong Un soll die Nachfolge übernehmen

Foto: PETAR KUJUNDZIC/ REUTERS

Seoul/Frankfurt am Main - Nach dem Tod von Nordkoreas Staatschef Kim Jon Il macht sich laut Händlern Unsicherheit über die politische Stabilität der Region breit. Zudem fürchten Anleger weiter eine Herunterstufungswelle für Länder der Euro-Zone. Die Ratingagentur Fitch hatte am Freitag mehreren Eurostaaten mit einer Senkung ihrer Bonitätsnote gedroht, darunter Frankreich, Italien und Spanien.

An den Börsen in Asien sorgten der Tod des nordkoreanischen Diktators sowie die anhaltenden Bedenken um die Finanzstabilität Europas für Kursverluste. Der Nikkei  verlor am Montag 1,3 Prozent, die Börse in Südkorea gab 3,4 Prozent nach.

Dax hält Verluste in Grenzen

Der deutsche Leitindex Dax  ist ebenfalls mit Abschlägen in die neue Handelswoche gestartet. Der deutsche Leitindex startete mit einem Verlust von 0,5 Prozent auf 5645 Zähler in den Handel. Damit fiel das Minus jedoch deutlich kleiner aus als von Banken und Brokern vorbörslich prognostiziert.

Nach dem Tod von Nordkoreas Staatschef Kim Jong Il soll dessen Sohn Jong Un einer Agenturmeldung zufolge seine Nachfolge antreten. "Die Frage ist nun, welche politische Konsequenzen dieser Führungswechsel mit sich bringen wird", sagte Roger Peeters, Analyst bei Close Brothers Seydler.

Japan und Südkorea in Alarmbereitschaft - Sorge um Nordkorea

Der südkoreanische Leitindex Kospi in Seoul sackte in der Spitze um bis zu 5 Prozent ab, konnte aber seine Verluste im Handelsverlauf zumindest etwas verringern. Er schloss mit einem Minus von 3,43 Prozent.

Auch an den anderen wichtigen asiatischen Handelsplätzen wie in Hongkong und Shanghai ging es zwischen ein und drei Prozent bergab. Der alle Märkte umfassende Index MSCI Asia Apex 50 büßte zuletzt 2,3 Prozent auf 708,87 Punkte ein.

Händler führten die Verluste am Montag vor allem auf die Nachricht des Todes von Kim Jong zurück. Dadurch steige die politische Unsicherheit in der Region. Japan berief die Regierung bereits den Sicherheitsrat zusammen, um sich auf alle Eventualitäten vorzubereiten.

Japan stehe mit seiner Schutzmacht USA sowie China und Südkorea bereits in engem Kontakt, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Montag meldete. Das Nachbarland Südkorea versetzte unterdessen seine Streitkräfte in höchste Alarmbereitschaft.

In der Nacht auf Montag hatten die staatlichen nordkoreanischen Medien berichtet, dass Kim Jong Il am Samstag als Folge körperlicher Ermüdung während einer Zugfahrt am Samstag gestorben ist. Zum Nachfolger wurde nach Berichten der Agentur KCNA sein Sohn Kim Jong Un bestimmt.

Mögliche Herabstufung weiterer Euro-Länder

Neben der Nachrichten aus Nordkorea drückten erneut schlechte Nachrichten aus der Eurozone vom Freitagabend auf die Stimmung. Die US-Ratingagentur Fitch hatte den europäischen Politikern ein schlechtes Zeugnis ausgestellt und mit Abstufung zahlreicher Euro-Länder gedroht.

Eine umfassende Lösung der Schuldenkrise in der Eurozone sei technisch und politisch "außer Reichweite". Außerdem zeigten sich die Bonitätswächter vom jüngsten EU-Gipfel enttäuscht. Die ungelöste Schuldenkrise in der Eurozone belastet seit Wochen auch die asiatischen Märkte.

Fluchtwährung Dollar legt zu, Euro sackt ab - globale Unsicherheit steigt

An den Devisenmärkten sorgten der Tod Kim Jongs und die Aussagen Fitchs zu Kursgewinnen beim Dollar vor allem im Vergleich zu den asiatischen Währungen. Aber auch der Euro sackte kurz unter die Marke von 1,30 US-Dollar. Zuletzt kostete die europäische Gemeinschaftswährung wieder 1,3013 Dollar.

Die Nachricht vom Tod des nordkoreanischen Diktators sei an den Finanzmärkten mit Verunsicherung aufgenommen worden, sagten Händler. Der Dollar war als Fluchtwährung gesucht.

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Nordkoreas Kim Jong Il: Tod des "Geliebten Führers"

Foto: AFP/ KCNA
la/reuters/dpa-afx