Erfolgreiche Anleihen-Emission Spanien erhält sechs Milliarden Euro von Anlegern

Entspannung auf dem Anleihenmarkt: Spanien hat von Investoren rund sechs Milliarden Euro an neuen Krediten in Form von Staatsanleihen erhalten. Das war doppelt so viel, wie ursprünglich angestrebt worden war. Auch der Zins von rund 4 Prozent ist vergleichsweise niedrig. Der Euro-Kurs erholt sich.
Leichte Entspannung: Spanische Anleihen waren am Donnerstag bei Investoren begehrt. Italien hatte am Vortag noch Rekordzinsen zahlen müssen

Leichte Entspannung: Spanische Anleihen waren am Donnerstag bei Investoren begehrt. Italien hatte am Vortag noch Rekordzinsen zahlen müssen

Madrid - Die überraschend starke Nachfrage bei der Emission spanischer Staatsanleihen hat am Donnerstag für Entspannung an den europäischen Rentenmärkten gesorgt. Einige Anleger verließen daraufhin den "sicheren Hafen" Bundesanleihen und stiegen wieder bei spanischen und auch italienischen Papieren ein.

Auch der Euro-Kurs erholte sich etwas, wobei er zusätzlich von einer Reihe positiver US-Konjunkturdaten Auftrieb erhielt.

Als Reaktion auf die spanische Emission gingen die Renditen der bereits gehandelten fünf- und zehnjährigen Anleihen auf 4,751 beziehungsweise 5,537 Prozent zurück. Im Gegenzug verlor der Bund-Future, der auf der zehnjährigen Bundesanleihe basiert, 24 Ticks auf 137,62 Punkte.

Das hoch verschuldete südeuropäische Land nahm mit rund sechs Milliarden Euro fast doppelt so viel ein wie geplant. Gleichzeitig ging der Durchschnittszins um mehr als einen Prozentpunkt auf 4,023 Prozent zurück.

"Das ist ein kleiner Sieg", sagte Zinsstratege Marc Ostwald von Monument Securities. "Aber sie müssen im nächsten Jahr viele Milliarden refinanzieren. Wir werden sehen, wie diese Platzierungen laufen." Italien hatte seine Papiere am Vortag nur zu rekordhohen Zinsen verkaufen können.

Euro auf Erholungskurs

Der Euro verteuerte sich auf 1,3040 Dollar und lag damit rund einen US-Cent über seinem Elf-Monats-Tief vom Vortag. Die Gefahr weiterer Rückschläge sei damit aber nicht gebannt, warnte Paul Robson, Devisenstratege bei RBS Global Banking. Der EU-Schuldengipfel der vergangenen Woche habe keine kurzfristige Lösung für die Krise gebracht, es gebe Streit um die zusätzlichen Kredite für den Internationalen Währungsfonds (IWF) und die Aussichten für die Weltwirtschaft seien auch nicht gerade rosig.

Für die USA hellten sich die Aussichten allerdings etwas auf. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sank auf den niedrigsten Stand seit dreieinhalb Jahren. Der Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von New York legte überraschend stark zu. "Dies alles spricht für eine Stabilisierung und einen sehr positiven Trend der US-Konjunktur", sagte Finanzmarkt-Experte Peter Kenny vom Finanzdienstleister Knight Capital.

la/reuters

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