Börse Anleger sollen Feiertagshandel boykottieren

Anleger sollten am Pfingstmontag trotz geöffneter Börse keine Orders erteilen, fordert die Angestellten-Gewerkschaft. Vorstandsmitglied Renner wehrt sich gegen die "Kulturschande".

Hamburg - Die Öffnung der deutschen Aktienmärkte an Feiertagen - diesmal am Pfingstmontag - hat erneut zu heftiger Kritik von Gewerkschaftsseite geführt. Das Vorstandsmitglied der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG), Gerhard Renner, bezeichnete das Vorgehen der Börsenoberen als "Kulturschande".

Er forderte die Anleger dazu auf, den Börsen keine Aufträge zu geben. Geld haben beziehungsweise Geld verdienen wollen sei nichts Verwerfliches, aber dies könne auch mit Anstand und Moral an jedem anderen Arbeitstag erledigt werden, sagte Renner. Er ist in der DAG für den Bankenbereich zuständig.

Wenn die Marktteilnehmer die Börsenverantwortlichen nicht zur Vernunft brächten - wofür es "erste eindrucksvolle Zeichen" gebe -, dann werde die DAG nach Abschluss der rechtlichen Prüfung auch den Klageweg gegen die "rechtsmissbräuchliche Beschäftigung von Bankangestellten zum Wertpapierhandel an Feiertagen beschreiten", kündigte Renner an.

Himmelfahrt waren die deutschen Börsenplätze erstmals an einem Feiertag geöffnet. Die Deutsche Börse AG in Frankfurt und die Regionalbörsen hatten anschließend von einem ausgesprochen ruhigen Geschäft berichtet. Auch am Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober) soll an den Börsen gearbeitet

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