EU-Ländern droht Abstufung Moody's bemäkelt EU-Rettungspakt

Erneut Störfeuer der US-Kreditwächter: Der Ratingagentur Moody's gehen die Beschlüsse des EU-Gipfels nicht weit genug. Im ersten Quartal 2012 soll deshalb die Kreditwürdigkeit aller EU-Staaten auf den Prüfstand.
Die Ratingagentur Moody's will im ersten Quartal 2012 über eine Bonitätsabstufung von EU-Ländern entscheiden

Die Ratingagentur Moody's will im ersten Quartal 2012 über eine Bonitätsabstufung von EU-Ländern entscheiden

Foto: MIKE SEGAR/ REUTERS

London - Die Ratingagentur Moody's behält die Kreditwürdigkeit der EU-Länder und der gesamten Europäischen Union unter verschärfter Beobachtung. Eine Entscheidung über eine mögliche Herabstufung der Bonität solle aber erst im ersten Quartal 2012 getroffen werden, teilte die Agentur am Montag mit. Zur Begründung erklärte Moody's, die Politik habe bislang keine "entscheidenden" Maßnahmen zur kurzfristigen Stabilisierung der Finanzmärkte getroffen. Daher drohten in der Euro-Zone und der gesamten EU weitere "Schocks", und auch der Zusammenhalt der Euro-Zone bleibe gefährdet.

Kurz vor dem EU-Gipfel in der vergangenen Woche hatte die Ratingagentur Standard and Poor's damit gedroht, die Kreditwürdigkeit von 15 der 17 Euroländer herabzustufen. Damit droht Deutschland und den fünf weiteren Eurostaaten mit der Topbewertung AAA der Verlust dieser Einstufung. Die Ratingagentur warnte überdies, dass sie auch dem Euro-Rettungsfonds EFSF die Topnote AAA entziehen könnte.

Die Mitglieder der EU hatten sich mit Ausnahme Großbritanniens auf dem Gipfel auf eine stärkere wirtschaftliche Integration und strengere Haushaltsdisziplin geeinigt. Vor einer Woche hatte Moody's Konkurrent Standard & Poor's Deutschland und 14 weiteren Euro-Staaten mit einer Herabstufung gedroht. Eine Entscheidung wird in den kommenden Tagen erwartet.

wed/afp/rtr

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