DBV-Winterthur Vom Vorstandschef zum Spartenleiter

Erst geht der wichtigste Vertriebspartner, nun folgt der Chef. Vorstandschef Manfred Broska rückt aus Wiesbaden in die Winterthur-Zentrale nach Zürich auf und macht dort wieder klassisches Versicherungsgeschäft.

Wiesbaden - Der Vorstandschef der DBV-Winterthur AG, Manfred Broska, verlässt das Versicherungsunternehmen und wechselt zum Mutterkonzern Winterthur in die Schweiz. Vom 1. Juli an wird der 54-Jährige dort für die Sparten Schaden- und Krankenversicherung verantwortlich sein, teilte die DBV am Freitag mit.

Die Nachfolge Broskas, der die DBV seit 1987 führt, wird in einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am 28. Juni geklärt. Als aussichtsreicher Kandidat für die Leitung des Unternehmens mit 4.500 Mitarbeitern gilt der bisherige stellvertretende Vorsitzende Peter Gnos.

Die DBV-Winterthur war mit knapp 6,3 Milliarden Mark Beitragseinnahmen im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben Nummer zwölf unter den deutschen Erstversicherern. Ob der Versicherer diesen Stand halten kann, ist offen.

Seit März steht die DBV ohne den langjährigen Großaktionär und Kooperationspartner Commerzbank da. Die Bank wechselte zur Generali-Tochter Aachener und Münchener Versicherung. Rund 35 Prozent des DBV-Neugeschäfts in der Lebensversicherung kamen bisher von der Bank.

Die Einbindung in die Allfinanzstrategie der Credit Suisse, eine Stärkung des Vertriebs sowie neue Produkte sollen die Prämienverluste nach dem Ende der Zusammenarbeit mit der Commerzbank ausgleichen, erklärte Broska.

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