Procter&Gamble Hoffnungsträger wollte "zu schnell zuviel" - Jager geht

Aufatmen beim US-Konsumgüter-Riesen. Nach nur 17 Monaten räumt der als Hoffnungsträger geholte CEO Durk Jager die Spitze. Er habe zu schnell zuviel verändert, heisst es. Eine Gewinnwarnung kostet erneut zehn Prozent des Aktienkurses.

Cincinnati - Nach einer Serie enttäuschender Quartalsergebnisse tauscht Procter&Gamble die Führungsspitze aus. Durk I. Jager wird ab sofort durch Alan G. Lafley ersetzt. Der 52jährige Lafley, der bislang für das weltweite Kosmetik-Geschäft sowie für Nordamerika zuständig war, soll Procter wieder auf den "alten Weg" zurück führen.

Ausgelöst wurde der Wechsel durch die jüngste Gewinnwarnung. Der Konzern erklärte, dass der Gewinn pro Aktie im vierten Quartal voraussichtlich nur Vorjahresniveau erreichen werde. Zuvor hatte Procter einen Anstieg von 15 bis 17 Prozent in Aussicht gestellt.

Die Aktie gab an der Wall Street fast zehn Prozent nach. Seit dem Allzeit-Hoch im Januar hat sich das Papier insgesamt um rund 52 Prozent verbilligt.

Jager, 57, rückte im Januar 1999 an die Führungsspitze des Konzerns. Er war 30 Jahre bei Procter und verabschiedet sich nun, so die offizielle Sprachregelung, freiwillig in den Ruhestand. Sein Vorgänger John E. Pepper wird jetzt wieder ins Board aufrücken, nun als Chairman.

Jager erklärte, Procter habe dank seiner Restrukturierung Fortschritte gemacht und sei nun in der Lage, schneller neue Produkte am Markt einzuführen. "Es ist unglücklich, dass unser Ausbau beim Umsatz zu Enttäuschungen beim Gewinn geführt haben", meinte Jager.

Sein internationaler Restrukturierungs-Plan sah zudem vor, rund 15.000 von 110.000 Arbeitsplätze einzusparen, etwa zehn Fabriken zu schliessen und Management-Hierarchien abzubauen. Doch der Umbau war offenbar zu schnell und forderte seinen Preis, erklärten die Nachfolger Pepper und Lafley jetzt.

"Es ist klar, dass wir zu schnell zu viel verändert haben", sagte Lafley.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.