UMTS-Auktion Viag: Bieter zahlen nicht mehr jeden Preis

Nicht 20, sondern "nur" zehn Milliarden Mark werde eine UMTS-Lizenz in Deutschland kosten, meint Viag Interkom. Die Unternehmen seien vernünftiger, denn wer eine Lizenz ersteigert, muss erst noch ein teures Netz aufbauen.

München - Eine UMTS-Lizenz in Deutschland wird nach Einschätzung des Mobilfunkanbieters VIAG Interkom "nicht sehr viel mehr als zehn Milliarden Mark" kosten. "Nach dem Spielfieber in England kommt jetzt mehr Rationalität ins Spiel", sagte VIAG Interkom-Chef Maximilian Ardelt der "Süddeutschen Zeitung". Experten hatten bisher in Deutschland mit Kosten von etwa 20 Milliarden Mark für eine Lizenz gerechnet.

In Großbritannien brachte die Ersteigerung von vier Lizenzen dem Staat Einnahmen in Höhe von insgesamt rund 75 Milliarden Mark. In Deutschland bewerben sich elf Unternehmen um eine der Lizenzen für die neue Mobilfunkgeneration.

Ardelt verwies allerdings darauf, dass in Deutschland anders als in Großbritannien der gesamte Preis sofort gezahlt werden müsse. Zudem werde der Netzaufbau viel mehr Geld kosten. "Ein Unternehmen, das schon ein Netz hat, braucht rund zehn Milliarden Mark für eine Abdeckung von 50 Prozent."

Die VIAG Interkom habe im Gegensatz zu anderen Bewerbern schon ein dichtes Netz in den Städten. Wenn man keine UMTS-Lizenz bekomme, werde das den Unternehmenswert deutlich mindern.

An dem Münchner Unternehmen sind der VIAG-Konzern und British Telecom mit jeweils 45 Prozent beteiligt. Den Rest hält die norwegische Telenor. Ardelt bekräftigte, auch der neue E.ON-Konzern aus VEBA und VIAG sei bereit, die UMTS-Lizenz mitzufinanzieren.

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