Börse heute Kaum einer da - Umsätze minimal

Nach dem ruhigsten Börsen-Abend der Woche, dem Freitag vor Pfingsten, startet nun der ruhigste Handelstag der Woche. Die wenigen Händler, die heute arbeiten müssen, registrieren wenig Kursbewegung. Es fehlen die Nachrichten.

Frankfurt am Main - Von einem lustlosen und fast umsatzlosen Handel sprechen Marktteilnehmer am Montag. Der DAX legt gegen 9.34 Uhr 0,3 Prozent oder knapp 24 auf 7.278 Punkte zu. "Seit der Eröffnungs-Auktion geht so gut wie nichts mehr", so ein Marktteilnehmer. So sind beispielsweise erst 520 VW-Aktien umgesetzt. In der vergangenen Woche waren es zu dieser Uhrzeit etwa 50.000 und damit bereits sehr wenig.

Im MDAX der zweiten Reihe haben viele Werte noch nicht eröffnet. In vielen anderen europäischen Ländern sei Feiertag, das mache das Vorpreschen der Deutschen Börse in Sachen Harmonisierung zur Farce, heißt es. Mit Frankreich, den Niederlanden und Belgien hätten 47 Prozent des EURO-STOXX-50 geschlossen. Zum anderen fehlten Entscheidungsträger bei inländischen Banken und Fonds, und zum dritten fehlten harte Nachrichten, die Kurse bewegen könnten.

Sowohl der Überzeichnung der Telekom-Tranche als auch dem möglichen Einstieg von DCX bei Hyundai und Daewoo fehle der Neuigkeitswert, so Händler. Allianz steigen 1,1 Prozent auf 375,00 Euro. Händler meinen, sie könnten von den Gesprächen um die Bank 24 profitieren, heißt es. Auch Münchener Rück und BASF ziehen etwas an, dagegen geben Henkel, Epcos und die Versorger etwas nach.

Dax vom Freitag: Behauptet

Der deutsche Aktienindex hat am Freitag mit 7.254,53 Punkten behauptet geschlossen. Das entspricht einem Plus von 0,16 Prozent. Nach der Veröffentlichung der US-Erzeugerpreise war der Index kurzzeitig über die Marke von 7.340 Zählern geklettert. Ein Händler sprach vom bislang ruhigsten Abend seit Verlängerung der Handelszeit auf 20 Uhr.

Während der Neue-Markt-Index Nemax 50 (Performance Index) um 0,66 Prozent auf 6603,06 Punkte abgab, gewann der Nebenwerte-Index MDAX um ein 0,43 Prozent auf 4595,53 Punkte.

Gesucht waren am letzten Handelstag der Woche vor allem die Finanzwerte. So konnten die Allianz um 1,4 Prozent und die Münchener Rück um 1,9 Prozent ansteigen. Die Dresdner Bank legte zuletzt um 1,4 Prozent zu, Commerzbank kletterten um 1,7 Prozent und die Deutsche Bank notierte am Tag der Hauptversammlung um 1,0 Prozent höher. Dahingegen verloren DaimlerChrysler 0,6 Prozent , Deutsche Telekom 1,4 Prozent und RWE 2,1 Prozent an Wert.

Der Bund-Future tendierte freundlich und lag mit 25 Ticks bei 105,68 Prozent im Plus. Die Rendite der 10jährigen Bundesanleihen notierte damit bei 5,15 Prozent.

Wall Street: Leichtes Plus zur Eröffnung

Die US-Märkte waren freundlich in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Die Konjunkturdaten sind nach Meinung von Experten ein Zeichen dafür, dass die Notenbank die Inflationsrisiken im Griff hat. Die etwas über den Prognosen liegende Kernrate dürfte auf den Anstieg der Preise für Autos zurückzuführen sein. Da sich dort jedoch die Absatzzahlen rückläufig zeigten, würden sich auch die Preise wieder verbilligen. Sehr positiv seien die leicht gefallenen Preise für Zwischenprodukte zu bewerten, hieß es weiter.

Im Verlauf zeigten sich die Kurs dann uneinheitlich, nachdem hektische Verkäufe die zunächst breite freundliche Tendenz beendet haben. Der Dow-Jones-Index (DJIA) für 30 Industriewerte verliert bis 13.19 Uhr Ortszeit 0,1 Prozent. Dagegen legt der technologielastige Nasdaq-Index um 0,8 Prozent bzw 33,78 auf 3.859,34 Punkte. Zu den Hauptverlieren im Dow Jones gehören McDonalds, J.P. Morgan und erneut Procter & Gamble. Unter den bekannteren Namen stützen besonders Hewlett-Packard und Walt Disney den Dow.

An der Nasdaq sind besonders Chipwerte und Titel von Komponentenherstellern gesucht. Texas Instruments und Intel legen zu.

Für zehnjährige US-Anleihen war zuletzt eine Rendite von 6,12 Prozent zu erzielen. Die Rendite im dreißigjährigen Bereich fiel um sieben Stellen auf 5,95 Prozent.

Gold: Könnte auf 300 Dollar steigen

Die Feinunze Gold tendierte heute kaum verändert und verharrte zuletzt bei der 285 US-Dollar-Marke. Goldhändler zeigten sich jedoch zuversichtlich, dass der Goldpreis in den kommenden Handelstagen bis auf 300 US-Dollar steigen kann. Zur Begründung führten sie die Vielzahl noch bestehender Shortpositionen von Investmenthäusern an, die bei weiter festen Goldkursen eingedeckt werden müssen. Silber wurde zuletzt bei 5,05 US-Dollar gehandelt.

Euro: US-Daten blieben ohne Wirkung

Der Euro zeigte sich am Freitagmittag stabil oberhalb der 0,95 US-Dollar-Marke und wurde zuletzt bei 0,951 US-Dollar gehandelt. Der gestrige Zinsentscheid der EZB, die Leitzinsen überraschend deutlich um 0,50 Prozent von 3,75 auf 4,25 Prozent zu erhöhen hatte am Donnerstagnachmittag Turbulenzen am Devisenmarkt ausgelöst. Der Euro schoss bis auf 0,9701 US-Dollar in die Höhe, verlor dann jedoch innerhalb von einer Stunde knapp 2 US-Cents an Wert und fing sich erst bei 0,9508 US-Dollar wieder.

Die US-Erzeugerpreise hatten keine Auswirkung auf die junge Währung. Den Euro sieht Harald Finger von der Deutschen Bank mittelfristig auf einem Niveau um 0,95 US-Dollar. "Eine deutliche Aufwertung lässt noch einige Monate auf sich warten", meinte er.