Dienstag, 28. Januar 2020

Gewinnwarnung Ratingfirma drückt Metro-Bonität

Schlechtere Bonitätseinstufung: Deutsche Metro-Handelskette im Visier von Moody's

Analysten zeigen sich nach der Gewinnwarnung von Metro ungnädig. Es hagelt Abstufungen. Die Ratingagentur Moody's senkt den Ausblick. Die Aktie verliert weiter kräftig an Wert.

Frankfurt am Main - Die Rücknahme der Umsatz- und Ergebnisprognose für 2011 macht der Metro-Aktie Börsen-Chart zeigen weiter zu schaffen. Die Papiere des Handelsriesen waren am Mittwochnachmittag mit einem Abschlag von 4,5 Prozent auf 30,71 Euro einer der schwächsten Werte im Dax. Seit Montag haben die Anteilsscheine mehr als 16 Prozent an Wert eingebüßt.

Die Rating-Agentur Moody's reagierte am Mittwoch verschnupft auf die Änderung der Jahresprognose des Handelsriesen Metro reagiert. Die Agentur bestätigte am Mittwoch zwar die Einstufung der langfristigen Verbindlichkeiten des Düsseldorfer Konzerns von "Baa2", senkte den Ausblick aber von "stabil" auf "negativ". Auch bei den kurzfristigen Schulden droht sie mit einer Herabstufung.

"Die beträchtliche Senkung der Ebit-Prognose ist eine recht negative Überraschung", schrieb auch DZ-Bank-Analyst Thomas Maul. "Wir überprüfen unseren fairen Wert und unsere Prognosen für 2011 und 2012." Bislang sieht die DZ Bank das Kursziel der Aktie bei 39 Euro und bewertet die Papiere mit "Kaufen".

Zahlreiche Analysten haben das Kursziel der Aktie bereits gesenkt. Analyst Jürgen Elfers von der Commerzbank etwa stutzte das Kursziel um knapp zwei Euro auf 29,60 Euro zurecht und beließ die Einstufung auf "Halten". Er habe die operativen Gewinnerwartungen für 2011 sowie 2012 reduziert, schrieb der Experte Mittwoch. Die Nachfrage nach Nicht-Lebensmitteln scheine in der letzten Novemberwoche sowie Anfang Dezember regelrecht eingebrochen zu sein. Das gegenwärtige operative Gewinnziel von Metro für die Tochter Media-Saturn dürfte 2011 verfehlt werden. Weitere Kostensenkungen seien nun notwendig. Mit Blick auf die geplanten Kaufhof-Veräußerung würde er eine Zustimmung des Aufsichtsrates auf Basis des derzeit am Markt genannten Preises von 2,4 Milliarden Euro begrüßen.

Andere Banken stuften die Anteilsscheine von Metro herunter: So etwa die Deutsche auf "Halten" von "Kaufen", die HSBC auf "Neutral" von "Overweight". Die Citigroup senkte ihre Einstufung für die Metro-Aktie von "Neutral" auf "Verkaufen" und das Kursziel von 32 auf 25 Euro. Er habe seine Gewinnschätzungen je Aktie für die Jahre 2011 bis 2013 um bis zu 25 Prozent gekürzt, schrieb Analyst Alastair Johnston am Mittwoch. Das Papier des Handelskonzerns beurteile er nun mit größerer Vorsicht.

Metro hatte am Dienstag wegen eines schwach angelaufenen Weihnachtsgeschäfts und negativer Währungseffekte seine Jahresziele eingedampft.

rei/reuters/dpa-afx

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