Rohstoffhandel US-Finanzindustrie wehrt sich gegen Regulierung

Als Vorreiter unter den G-20-Staaten wollen die USA die Wetten auf Getreide, Metalle oder Öl einschränken. Dagegen setzt sich die Finanzlobby nun zur Wehr und zieht vor Gericht. Entwicklungshelfer werfen den Spekulanten seit langem vor, Hunger und Not in der Welt zu vergrößern.
Maisernte in den USA: Die Börsenaufsicht will die Zahl der Terminkontrakte pro Händler beschränken

Maisernte in den USA: Die Börsenaufsicht will die Zahl der Terminkontrakte pro Händler beschränken

Foto: Carolyn Kaster/ AP

Washington - Die führenden amerikanischen Finanzbranchen-Verbände zerren die für den Derivatehandel zuständige Börsenaufsicht CFTC vor Gericht. Mit einer Klage wollen sie die geplante schärfere Regulierung des Handels mit Öls, Metallen und Getreide stoppen. Die Handelsvereinigungen argumentierten am Freitag, dass die neuen Regeln den Märkten schaden könnten. Die Vorschriften hätten Mängel, reduzierten die Liquidität und erhöhten die Volatilität, warnten die Verbände.

Die USA wollen auf den Rohstoffmärkten durchgreifen und Spekulationsgeschäfte einschränken. Die CFTC hatte im Oktober nach langer und kontroverser Debatte einen Entwurf zur Regulierung verabschiedet, der die Spielregeln des milliardenschweren Geschäfts grundlegend verändern würde. Kernpunkt ist der Vorschlag, die Zahl der von einem Händler gehaltenen Kontrakte zu begrenzen.

CFTC-Chef Gary Gensler verspricht sich davon eine Beruhigung der Preisentwicklung. Weite Teile der Branche wollen sich solche Fesseln aber nicht anlegen lassen und warnten davor, dass Investitionen dann nach Übersee auf weniger streng regulierte Märkte abwandern. Der Entwurf ist Teil der Umsetzung des Dodd-Frank-Gesetzes, mit dem die USA die Lehren aus der Finanzkrise ziehen wollen.

Die in den USA vorgeschlagenen Einschränkungen würden eine jahrhundertealte Praxis beenden. Banken wie Morgan Stanley und Agrarhändler wie Cargill wären gezwungen, einen wichtigen Geschäftszweig zurückzufahren. Auch der Zufluss von Investorenkapital und das Engagement von Hedgefonds ließen nach. Andererseits hoffen Luftfahrtgesellschaften und Landwirtschaft auf einen besseren Schutz vor einer Erhöhung ihrer Kosten. Entwicklungshelfer und Ernährungslobbyisten werfen den Spekulanten seit langem vor, Hunger und Not in der Welt zu vergrößern.

mh/Reuters
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