Eurohypo-Verkauf Spekulationen treiben Commerzbank-Aktien an

Die Commerzbank erwägt angeblich, die Immobilientochter Eurohypo mit Verlust an den Staat zu verkaufen. An der Börse kommen die Pläne gut an, die Aktie der Bank zieht merklich an.
Commerzbank-Zentrale in Frankfurt: Die Bank will angeblich ihre Tochter Eurohypo an den Staat verkaufen

Commerzbank-Zentrale in Frankfurt: Die Bank will angeblich ihre Tochter Eurohypo an den Staat verkaufen

Foto: dapd

Frankfurt am Main - Spekulationen über Pläne zur Trennung von der ungeliebten Immobilientochter Eurohypo hat den Commerzbank-Aktien  am Dienstag Auftrieb gegeben. Die Aktien gewannen 0,5 Prozent auf 1,32 Euro. Der Leitindex Dax  lag zu der Zeit 0,2 Prozent im Plus.

Er ziehe die Ausgliederung der Eurohypo in eine "Bad Bank" einer erneuten Beteiligung durch den Bankenrettungsfonds Soffin vor, schrieb DZ-Bank-Analyst Matthias Dürr in einem Kommentar.

Zuvor hatte die "Financial Times Deutschland" berichtet, die Commerzbank erwäge, ihren Immobilienfinanzierer Eurohypo mit Verlust an den Staat abzutreten. Das Institut wolle so ein erneutes Beihilfeverfahren der EU-Kommission abwenden. Die Commerzbank strebe eine "marktwirtschaftliche Lösung" an, zitierte das Blatt eine mit den Überlegungen vertraute Person.

Hintergrund ist, dass die Wettbewerbshüter einschreiten müssen, wenn Staaten kriselnde Banken finanziell unterstützen. Wenn der Verlust für die Commerzbank bei einem Verkauf an den Bund nur groß genug sei, könnte die EU-Kommission der Ausgliederung zustimmen.

Die Commerzbank muss Risikopositionen abbauen, um die wegen der Schuldenkrise verschärften Kapitalanforderungen der europäischen Bankenaufsicht EBA zu erfüllen. Da kommt die Eurohypo gerade recht, zum Kerngeschäft gehört sie für Commerzbank-Chef Martin Blessing ohnehin schon lange nicht mehr. Die Eurohypo muss auf Drängen der EU bis spätestens Ende 2014 verkauft werden.

cr/rtr
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