Forrester Research Konsolidierung bei Portalen steht bevor

Fast jedes Unternehmen, das etwas auf sich hält, beteiligt sich heutzutage an einem "Business-to-business-Portal". Wer den Begriff mittlerweile kaum mehr hören kann, darf aufatmen: Die Welle dürfte in einigen Jahren abebben.

Amsterdam - Bevor es soweit ist, geht es aber erst einmal kräftig voran, ermittelt das Marktforschungsinstitut Forrester Research BV, in seiner Studie "Euro E-Marketplaces to hype".

Bis zum Jahr 2005 wird es in Europa gar zu einer Blüte der Business-to-Business-Marktplätze (B2B) kommen, glauben die Marktforscher. Das Volumen der per Internet abgewickelten Transaktionen soll 900 Milliarden Euro erreichen.

Schon im kommenden Jahr soll sich die Anzahl der Portale auf bis zu 1000 erhöhen. Aber bereits dann soll eine starke Konsolidierungswelle einsetzen, die nur jedes 20. Portal überstehen dürfte. In Europa wird sich laut der Studie die Anzahl der E-Marktplätze auf 50 reduzieren.

Trotz der zu erwartenden Beruhigung sind die Forrester-Forscher davon überzeugt, dass der Enthusiasmus für die Portale gerechtfertigt ist.

Allerdings dürften die meisten Marktplätze daran scheitern, dass es ihnen nicht gelingen wird, die kritische Masse an Käufern und Verkäufern zu erreichen. Dadurch dürften ihnen sehr bald die finanziellen Mittel ausgehen.

In Europa sollen nach der Studie bei den virtuellen Marktplätzen drei Typen dominieren: Käufer-Sites mit Ausrichtung auf elektronische Beschaffung, Verkäufer-Sites, die sich auf den Channel-Verkauf konzentrieren werden sowie neutrale Handels-Sites, die von Dritten eingerichtet und fragmentierte Märkte anzapfen werden.

In der EU wird sich die Hälfte des virtuellen Handels bis zum Jahr 2005 auf Deutschland und Großbritannien konzentrieren.Im Windschatten der beiden Schwergewichte dürften auch die mit ihnen eng verbundenen Regionen wie etwa die Benelux-Staaten im Jahr 2003 Wachstumsraten von mehr als 200 Prozent verzeichnen können.

Die von Forrester befragten Führungskräfte lassen eine optimistische Einstellung zu den elektronischen Marktplätzen erkennen. Quer durch alle Branchen und Länder Europas würden Unternehmen große Teile ihres Handels ins Internet verlegen.

70 Prozent der Manager gehen laut Forrester davon aus, dass sie bis zum Jahr 2004 mehr als ein Viertel ihrer Geschäftstätigkeit über B2B-Portale abwickeln werden.

Vier von fünf der befragten Unternehmen hoffen nach eigenen Angaben auf eine Kapitalbeteiligung an einem oder mehreren Marktplätzen. Automobilindustrie, Transportsektor und Elektroindustrie dürften den Löwenanteil am Online-Handel halten, während Unternehmen aus der Baubranche und dem Industrieanlagenbau der Entwicklung hinterherhinken werden.