Sonntag, 15. September 2019

Moody's senkt Bonität Ungarns Anleihen sind nur noch "Ramsch"

Parlament in Budapest: "Finanzangriff gegen Ungarn"

Die Euro-Schuldenkrise spitzt sich weiter zu, ein Land nach dem anderen wird von den Ratingagenturen herabgestuft. Nachdem Fitch gestern Portugals Kreditwürdigkeit auf Ramsch-Niveau gesenkt hat, folgt nun Moody's mit Ungarn. Die Regierung in Budapest vermutet dahinter einen "Finanzangriff".

London/Budapest - Die Bewertung für Ungarn sei von Baa3 auf Ba1 gesenkt worden, teilte Moody's mit. Der Ausblick für den EU-Staat sei weiterhin negativ.

Begründet wurde die Herabstufung unter anderem mit der zunehmenden Unsicherheit, ob Ungarn angesichts eingeschränkter Wachstumsaussichten mittelfristig seinen Staatshaushalt konsolidieren und die öffentlicher Verschuldung zurückführen kann. Die Herabstufung der ungarischen Staatsanleihen war bereits von den Ratingagenturen angedroht worden, nachdem die Staatsverschuldung vom zweiten bis zum dritten Quartal dieses Jahres deutlich gestiegen war.

Ungarn hatte sich erst zu Beginn der Woche mit der Bitte um mögliche Finanzhilfen an die EU-Kommission und den Internationalen Währungsfonds ( IWF) gewandt. Ungarn hatte die Zusammenarbeit mit dem IWF im vergangenen Jahr wegen Meinungsverschiedenheiten aufgekündigt. Seitdem ist der ungarische Forint deutlich eingebrochen.

Die ungarische Regierung hat die Herabstufung kritisiert. Der Schritt sei fachlich nicht zu begründen, heißt es in einer Erklärung des Wirtschaftsministeriums. Er sei ein Teil der "Finanzangriffe gegen Ungarn".

mg/dpa-afx/rtr/dapd

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