Weltbörse NYSE kontert gegen deutsch-britische Fusionsbörse iX

Nur wenige Wochen nach der angekündigten Fusion von Deutscher und Londoner Börse schmiedet die New York Stock Exchange ein Gegenbündnis. Zehn Börsen, darunter Tokio, Hongkong und Paris, planen einen globalen Aktienmarkt.

New York - Derzeit würden Gespräche mit den Börsen in Australien, Hongkong, Mexiko, Japan, Brasilien, Kanada sowie den Handelsplätzen in Paris, Amsterdam und Brüssel geführt, die sich im Herbst zur gemeinsamen Börse Euronext zusammenschließen wollen. Dies teilte die New Yorker Stock Exchange (NYSE) mit.

Die Marktkapitalisierung der an den zehn Plätzen gehandelten Werte übersteigt den Angaben zufolge 20 Billionen Dollar (40,75 Billionen Mark). Etwa die Hälfte seien an der NYSE notierte US-Firmen.

Nach Angaben der NYSE könnte durch die Zusammenlegung der Börsen künftig rund um die Uhr gehandelt werden. Zugleich könnten die Handelskosten sinken. Die Anleger sollen durch ihre nationalen Börsen Zugang zu dem globalen Aktienmarkt erhalten.

Nach Einschätzung von William C. Freund von der Pace University in New York reagieren die Börsen damit auf wachsende Konkurrenz durch elektronische Handelssysteme, die so genannten ECNs. Diese ECNs haben sich in den vergangenen Jahren gegründet und schnell die Aufmerksamkeit der Finanzwelt auf sich gezogen. Zu den bekannteren zählt die britische Tradepoint.

Nach Einschätzung Freunds könnte ein weltweiter Aktienmarkt den nachbörslichen Handel stabilisieren, der bisher von geringen Handelsumsätzen und entsprechend hohen Kursausschlägen geprägt war.

Anfang Mai hatten die traditionsreichen Börsenplätze London und Frankfurt ihren Fusion zum größten europäischen Handelsplatz Namens iX bekannt geben. Zugleich hatten sie eine Zusammenarbeit mit der Nasdaq, dem US-Markt für High-Tech-Werte, vereinbart.