Energietarife Vattenfall heizt die Preisrunde an

Zahlreiche Verbraucher in Deutschland müssen sich auf höhere Strom- und Gaspreise einstellen. Auch in den Zentren Berlin und Hamburg wird die Grundversorgung deutlich teurer. Die größten Energiekonzerne aber versprechen stabile Tarife.
Vattenfall-Kraftwerk: Strom in Hamburg und Berlin wird 6,5 Prozent teurer

Vattenfall-Kraftwerk: Strom in Hamburg und Berlin wird 6,5 Prozent teurer

Foto: Z1022 Patrick Pleul/ dpa

Düsseldorf - Der schwedische Versorger Vattenfall  kündigte am Donnerstag an, zum Jahresanfang in Hamburg und Berlin die Strompreise in der Grundversorgung um 6,5 Prozent anzuheben. Bei einem Verbrauch von 2500 Kilowattstunden bedeute dies einen Aufpreis von gut 40 Euro pro Jahr. Als Grund verwies der Konzern anderem auf gestiegene Beschaffungskosten, höhere Netzentgelte und die Umlage zur Förderung von Ökostrom. Vattenfall hat nach eigenen Angaben in Hamburg einen Marktanteil von rund 80 Prozent, in Berlin liegt er bei 75 Prozent.

Nach einer Erhebung des Verbraucherportals Verivox haben zum Dezember und Januar 62 Stromanbieter Preiserhöhungen von durchschnittlich 3 Prozent angekündigt. Bei 53 Gasversorgern betrage der Aufschlag sogar im Schnitt rund 8 Prozent. Die neuen Stromtarife führten bei einem Hauhalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden zu einer Mehrbelastung von jährlich 32 Euro. Gaskunden mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden müssten pro Jahr 112 Euro mehr hinblättern. Der Hauptgrund dafür sei der gestiegene Ölpreis, an den auch der Preis für Gas gekoppelt ist.

Die beiden größten deutschen Energiekonzerne Eon  und RWE , die sich in der Vergangenheit wegen ihrer Preispolitik immer wieder Kritik von Verbraucherschützern zugezogen haben, halten sich bislang zurück. RWE erklärte am Donnerstag, die Strom- und Gaspreise über die Jahreswende nicht zu erhöhen. Beim Gas sei bereits absehbar, dass dies wohl auch bis zum Ende der Heizperiode so bleibe. Eon will seine Strom- und Gaspreise bis zum Frühjahr stabil halten.

Gazprom stellt Eingung mit Gasabnehmern in Aussicht

Der Vizechef des russischen Gasproduzenten Gazprom , Alexander Medwedew, hofft auf eine einvernehmliche Lösung mit Eon in den Verhandlungen über Gaslieferverträge. Obwohl sich mittlerweile Schiedsgerichte damit befassten, liefen "Konsultationen", sagte Medwedew der "Börsen-Zeitung" am Mittwoch. Besser sei "ein schlechter Frieden als ein guter Krieg". Auch zu den Verhandlungen mit RWE über eine Erzeugungskooperation äußerte sich der Gazprom-Mann hoffnungsvoll.

Bislang habe sich Gazprom mit Eon noch nicht geeinigt. "Aber wir hoffen sehr, dass wir uns einigen. Wir haben uns vielen angenähert und werden das auch mit Eon tun", so Medwedew. So wie Eon verhandeln derzeit viele Energieunternehmen mit Gazprom und anderen Lieferanten um eine Neugestaltung langfristiger Gasbezugsverträge. Die alten Verträge sind noch immer an den Ölpreis gebunden. Dieser stieg, anders als der Preis für Gas an den Spotmärkten, nicht zuletzt angesichts neuer Gas-Förderquellen. Somit müssen die Energieversorger das Gas zum Teil teurer einkaufen als sie es an ihre Abnehmer loswerden können.

RWE berichtete in der vergangenen Woche, mit drei Lieferanten zu Lösungen gekommen zu sein. Zum Teil wurden die Verträge überarbeitet und auf Großhandelspreise angepasst, zum Teil wurden sie aufgekündigt. RWE wollte aber nicht sagen, ob Gazprom zum Kreis derer gehörte, mit dem sich das Unternehmen einigen konnte. Gazprom und der Essener Konzern verhandeln darüber hinaus über ein Gemeinschaftsunternehmen. In diesem Rahmen könnten sich die Russen an fossilen Kraftwerken der Essener beteiligen oder beide zusammen neue Projekte in Angriff nehmen. Die Verhandlungspartner verlängerten die Gespräche kürzlich bis Ende des Jahres.

ak/rtr/dpa-afx
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