BayernLB, NordLB und Co. Moody's stuft zehn Landesbanken herab

Die Ratingagentur Moody's hat die Bewertung der Kreditwürdigkeit von zehn Landesbanken in Deutschland gesenkt. Besonders betroffen sind die BayernLB, die NordLB und die LBBW. Die europäische Schuldenkrise ist diesmal allerdings nicht Schuld - zumindest vordergründig.
BayernLB-Zentrale in München: Moody's stufte das Institut gleich um drei Stufen herab

BayernLB-Zentrale in München: Moody's stufte das Institut gleich um drei Stufen herab

Foto: MICHAEL DALDER/ REUTERS

Frankfurt am Main - Die Ratingagentur Moody's korrigierte ihre Einschätzung für zehn öffentlichen Banken teilweise um bis zu drei Stufen nach unten. Grund für die Herabstufung seien nicht die aktuellen Schulden und die Finanzkrise, erklärte Moody's.

Es sei aber mittlerweile deutlich weniger wahrscheinlich, dass der deutsche Staat die Banken im Fall einer Schieflage retten werde. Grund dafür seien strenge Vorschriften der Europäischen Kommission für solche Staatshilfen, denen zufolge auch Eigentümer von Anleihen stärker an möglichen Verlusten beteiligt werden sollen, erklärte Moody's.

Betroffen sind alle Landesbanken bis auf die Landesbank Berlin (LBB), deren Bewertung nicht geändert wurde, und die Westdeutsche Landesbank (WestLB), die Moody's noch einmal genau unter die Lupe nehmen möchte. Um gleich drei Stufen senkte Moody's die Ratings für die Kreditwürdigkeit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), der Bayerischen Landesbank (BayernLB), der Bremer Landesbank, der Norddeutschen Landesbank (NordLB) sowie ihrer Töchter Norddeutsche Landesbank Luxembourg und Deutsche Hypo.

Dekabank nur um eine Note abgestuft

Um zwei Stufen sanken die Ratings der Hessischen Landesbank (Helaba), der HSH Nordbank aus Hamburg und Schleswig-Holstein sowie der Saarländischen Landesbank (SaarLB). Eine Stufe schlechter als bislang bewertete Moody's die Dekabank. Das Institut ist das Zentralinstitut und die Investmentgesellschaft der deutschen Sparkassen, es gehört zur Hälfte den Sparkassen und Landesbanken.

Das Modell der Landesbanken, die meistens im Eigentum der Länder und der jeweiligen Sparkassen sind, steht seit Jahren unter anderem wegen des hohen Einflusses der Politik in der Kritik von Experten und den Ratingagenturen. Seit dem Wegfall der so genannten Gewährträgerhaftung im Jahr 2005, die den Landesbanken eine Absicherung der Kredite über den Staat garantiert hatte, steht der gesamte Sektor unter Druck.

Dazu kamen wie bei der BayernLB und der WestLB eine Reihe von hausgemachten Problemen, so dass viele Landesbanken in der Finanzkrise 2008 mit staatlichen Geld gerettet werden mussten. Die EU-Kommission hatte im Gegenzug strenge Auflagen erlassen.

mg/afp/dpa-afx