Gewinnsprung Easyjet zahlt erstmals Dividende

Gute Geschäfte mit Billigtickets haben der britischen Fluggesellschaft Easyjet einen kräftigen Gewinnsprung beschert. Zum ersten Mal in der Firmengeschichte schüttet das Unternehmen Geld an die Aktionäre aus - und zwar reichlich.
Besänftigt: Easyjet-Gründer Haji-Ioannou will Sonderdividende statt neuer Flieger

Besänftigt: Easyjet-Gründer Haji-Ioannou will Sonderdividende statt neuer Flieger

Foto: MARTYN HAYHOW/ AFP

Luton - Unter dem Strich verdiente der Ryanair-Konkurrent im Geschäftsjahr bis Ende September 225 Millionen britische Pfund (262 Millionen Euro) und damit 86 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Aktionäre können sich nun auf die erste und besonders dicke Dividende der Gesellschaft freuen. Die trübere Konjunktur stimmt die Easyjet-Führung für das Winterhalbjahr allerdings vorsichtig.

Die Easyjet-Aktie  sackte am Morgen tief in die Verlustzone. Am Vormittag lag das Papier mit 3,5 Prozent im Minus. Das Unternehmen hatte mehr verdient als von Analysten erwartet. Die Dividendenzahlung hatte die Unternehmensspitze allerdings schon früher angekündigt.

Insgesamt will der Billigflieger je Aktie nun 45,4 Pence an die Anteilseigner ausschütten - davon 10,5 Cent als reguläre Dividende, den Rest als Sonderzahlung. In der Summe gibt Easyjet damit 195 Millionen Pfund an die Aktionäre zurück. Das könnte Großaktionär Stelios Haji-Ioannou besänftigen, der Pläne zum Kauf neuer Flugzeuge kritisiert und eine Verdopplung der Dividende verlangt hatte. Der mit dem Management von Carolyn McCann zerstrittene Firmengründer hatte zuletzt angedroht, eine neue Konkurrenzlinie namens Fastjet ins Leben zu rufen. An Geld mangelt es dem Unternehmen nicht: Ende September verfügte Easyjet über Barreserven von 1,4 Milliarden Pfund.

Während Konkurrenten wie die Lufthansa  und Air Berlin  mit rückläufigen Gewinnen oder gar Verlusten zu kämpfen haben, ging es für Easyjet nach oben. Im Geschäftsjahr bis Ende September steigerte das Unternehmen seinen Umsatz um 16 Prozent auf knapp 3,5 Milliarden Pfund. Die Zahl der Geschäftsreisenden stieg um eine Million. Dabei verdiente die Gesellschaft an jedem einzelnen Ticket zwei Drittel mehr als ein Jahr zuvor. Damals hatten auch die Flugausfälle nach dem Vulkanausbruch in Island das Geschäft belastet.

Für das reiseschwache Winterhalbjahr plant das Unternehmen vorsichtiger: Das Flugangebot soll nicht größer ausfallen als im vergangenen Winter. Erst im Sommer will das Management wieder Gas geben: Auf diese Weise soll die angebotene Kapazität im gesamten laufenden Geschäftsjahr um 4 Prozent zulegen.

ak/dpa-afx/rtr
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.