Mittwoch, 23. Oktober 2019

Nach Kassenfusion DAK schafft Zusatzbeitrag wieder ab

DAK-Zentrale: Zuerst den Zusatzbeitrag eingeführt, zuerst wieder abgeschafft

Millionen gesetzlich Krankenversicherte werden entlastet. Die neue Krankenkasse DAK-Gesundheit verzichtet ab April 2012 auf Zusatzbeiträge und kommt mit den Mitteln aus dem zentralen Gesundheitsfonds aus. Wenige Monate nach der Pleite der City BKK stehen die Kassen insgesamt wieder gut da.

Berlin - Das teilte die DAK am Dienstag auf ihrer Homepage mit. Die DAK und die BKK Gesundheit schließen sich zum 1. Januar zu einer neuen Kasse zusammen. Das neue Unternehmen werde günstiger und biete mehr Leistungen, so die DAK.

Die DAK-Gesundheit ist mit rund 6,6 Millionen Versicherten die drittgrößte deutsche Kasse. Der Haushalt soll rund 20 Milliarden Euro betragen. Die DAK und die BKK Gesundheit zählten zu den ersten gesetzlichen Versicherungen, die seit Anfang vergangenen Jahres einen Zusatzbeitrag von acht Euro je Monat erheben, weil sie mit den aus dem Gesundheitsfonds überwiesenen Mitteln nicht auskommen. Damals hieß es noch, nach und nach würden auch die Wettbewerber Zusatzbeiträge erheben, die anschließend auch deutlich ansteigen könnten.

Noch im Mai wurde die City BKK geschlossen, die Angst vor einer Pleitewelle ging um. Auch mit Blick auf den seit der Einführung des Gesundheitsfonds schwierigeren Wettbewerb hatten sich einige Kassen zusammengeschlossen.

Seitdem hat sich die Finanzlage der Kassen aber wieder deutlich verbessert. Vor allem die gestiegenen Einkommen der Versicherten sorgten dafür, dass die Einnahmen kräftig stiegen. Laut dem Schätzerkreis von Bundesgesundheitsministerium, Bundesversicherungsamt und Krankenkassen können die rund 150 gesetzliche Kassen in diesem Jahr 183,4 Milliarden Euro verwalten, 1,7 Milliarden Euro mehr als noch im Januar geschätzt.

Aus dem Gesundheitsfonds bekommen sie 178,9 Milliarden Euro zugewiesen, die Ausgaben werden auf 177,5 Milliarden Euro geschätzt. Damit blieben fast sechs Milliarden Euro als Überschuss, genug um Reserven für die Subventionierung von Zusatzbeiträgen für Hartz-IV-Empfänger und künftige Einnahmenschwankungen zu bilden. Die Ausgaben der Kassen dürften im kommenden Jahr zwar um 4,5 Prozent wachsen, vor allem wegen teurerer Arzneien, insgesamt sollen die Finanzen aber stabil bleiben.

ak/dpa

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