Euro-Krise S&P stuft Spaniens Kreditwürdigkeit herab

Der nächste Rückschlag für die Euro-Retter: Nach der Ratingagentur Fitch hat auch Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit Spaniens herabgestuft. Wegen der zunehmenden Arbeitslosigkeit und der hohen Verschuldung schließt das Institut eine weitere Verschlechterung nicht aus.
S&P-Zentrale in New York: Die Ratingagentur stuft Spanien um eine Note auf AA- herunter

S&P-Zentrale in New York: Die Ratingagentur stuft Spanien um eine Note auf AA- herunter

Foto: STAN HONDA/ AFP

Sydney/Lissabon - Für Spanien dürfte es künftig teurer werden, sich Geld an den Finanzmärkten zu leihen: Nach der Ratingagentur Fitch beurteilt jetzt auch Standard and Poor's (S&P) die Zuverlässigkeit des Landes bei der Rückzahlung seiner Schulden schlechter - und stufte die Kreditwürdigkeit der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone um eine Note auf AA- herunter.

Wie Fitch schloss auch S&P eine weitere Verschlechterung nicht aus und setzte den Ausblick auf "negativ". Die Agentur begründete ihren Schritt unter anderem mit der hohen Arbeitslosigkeit, einer zunehmenden Kreditklemme sowie der hohen Verschuldung des Privatsektors in Spanien.

Als weitere Gefahr nannten die Experten die absehbare Abkühlung der Konjunktur. "Trotz der Anzeichen für eine gewisse Widerstandsfähigkeit der wirtschaftlichen Entwicklung 2011, sehen wir wachsende Risiken für das Wachstum Spaniens", hieß es in der Erklärung. Die Arbeitsmarktreform der Regierung sei noch nicht abgeschlossen und die spanische Finanzbranche werde durch den wachsenden Umfang an "problematischen Vermögenswerten" geschwächt, erklärte die Agentur.

Damit wächst der Druck auf die Euro-Zone, zügig eine umfassende Lösung für die Schuldenkrise vorzulegen. Erst am Donnerstagabend hatte Fitch zum Rundumschlag in der Bankenbranche ausgeholt. Die Ratingagentur überprüft mehrere Großbanken auf eine mögliche Herabstufung, darunter auch die Deutsche Bank.

hen/rtr/afp
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