Freitag, 5. Juni 2020

Sozialversicherungen Milliardenüberschuss im ersten Halbjahr

Konjunktur: Das starke erste Quartal entlastet die Sozialkassen

Die positive Konjunkturentwicklung zu Anfang des Jahres sorgte dafür, dass die gesetzlichen Sozialversicherungen im ersten Halbjahr dieses Jahres einen Finanzierungsüberschuss von 4 Milliarden Euro verbuchen können.

Wiesbaden - Die gesetzliche Sozialversicherung hat im ersten Halbjahr dieses Jahres einen Finanzierungsüberschuss von 4,0 Milliarden Euro aufgewiesen. Das teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Im ersten Halbjahr 2010 hatte es ein Finanzierungsdefizit von 3,0 Milliarden Euro gegeben.

Der Überschuss in den ersten sechs Monaten dieses Jahres ist nach Angaben der Statistiker maßgeblich auf die positive konjunkturelle Entwicklung zurückzuführen. Die Einnahmen der gesetzlichen Sozialversicherung summierten sich demnach im ersten Halbjahr 2011 auf 257,6 Milliarden Euro. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2010 entspricht dies einem Anstieg der Einnahmen um 2 Prozent. Die Ausgaben gingen im selben Zeitraum um 0,6 Prozent auf 253,5 Milliarden Euro zurück.

Die gesetzliche Sozialversicherung umfasst die gesetzliche Kranken-, Pflege-, Unfall- und Rentenversicherung, die Alterssicherung für Landwirte sowie die Bundesagentur für Arbeit.

Dabei stiegen die überwiegend aus Zuweisungen des Gesundheitsfonds bestehenden Einnahmen der gesetzlichen Krankenversicherung, vor allem also die Beitragseinnahmen, im ersten Halbjahr 2011 um 4,8 Prozent auf 92,7 Milliarden Euro, rechnet das Statistische Bundesamt vor. Die Ausgaben wiederum stiegen um 2,3 Prozent auf 89,8 Milliarden Euro. Daraus ein Finanzierungsüberschuss im ersten Halbjahr 2011 von 2,9 Milliarden Euro. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum lag das Ergebnis noch bei 0,3 Milliarden Euro.

Die gute Konjunktur machte sich auch bei der gesetzlichen Rentenversicherung bemerkbar. So stiegen die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent, die Ausgaben um 0,4 Prozent.

Allerdings sanken die Einnahmen der Bundesagentur für Arbeit im ersten Halbjahr um 7,8 Prozent auf 19,1 Milliarden Euro, weil die Behörde im Vergleich zum ersten Halbjahr 2010 weniger Mittel im Rahmen der Bundesbeteiligung vorzeitig abgerufen hat. Da aber auch die Ausgaben dank der guten Konjunktur um 20,3 Prozent sanken, verbucht Bundesagentur im ersten Halbjahr einen Finanzierungsüberschuss von 1,2 Milliarden Euro auf.

Das Bundeamt mahnt allerdings auch, dass wegen stark unterjähriger Schwankungen der Einnahmen und Ausgaben anhand der Daten des ersten Halbjahres noch keine Rückschlüsse auf das Jahresergebnis gezogen werden können.

got/dapd

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