Alcan/Algroup Zweier-Bündnis statt Dreier-Fusion

Nach dem Scheitern der Dreierfusion in der Aluminium-Branche schliessen sich nun - wie erwartet - die kanadische Alcan und der Schweizer Konkurrent algroup zusammen. Immerhin: Die Kanadier bieten fünf Prozent mehr für den Partner.

Zürich/Montreal - Die Aluminiumproduzenten Alcan Aluminium und Alusuisse Lonza Group AG (algroup) haben sich erwartungsgemäss auf ihre Fusion verständigt. Wie die Unternehmen am Donnerstag gemeinsam bekannt gaben, einigten sie sich auf revidierte Umtauschbedingungen.

Bei der Fusion entsteht den Angaben zufolge ein Aluminium- und Verpackungskonzern mit einem Jahresumsatz von 12,4 Milliarden Dollar. Die Synergien sollen mindestens 150 Millionen Dollar betragen.

Der kanadisch-schweizerische Alcan/Algroup-Konzern liegt nach dem Branchenführer Alcoa (16,4 Milliarden Dollar Umsatz) weltweit auf Platz zwei. Alcoa will den amerikanischen Aluminiumproduzenten Reynolds Metals mit einem Umsatz von 4,8 Milliarden Dollar übernehmen.

Im April war die vorher geplante Aluminium-Dreierfusion zwischen Alcan, algroup und der französischen Pechiney-Gruppe gescheitert. Pechiney war nach weit reichenden Auflagen der Wettbewerbshüter in Brüssel ausgestiegen.

Unter den neuen Bedingungen soll eine algroup-Aktie in 17,1 Alcan-Papiere umgetauscht werden. Zusätzlich werde für jede algroup-Aktie eine Nennwert-Rückzahlung von 90 Franken und eine Sonderdividende von 135 Franken ausgeschüttet.

Die Kombination einer Barabgeltung über 225 Franken und 17,1 Alcan-Aktien sei gewählt worden, um ein angemessenes Verhältnis zwischen Schulden und Eigenkapital des neuen, kombinierten Unternehmens sicherzustellen, hieß es der Mitteilung. Die Bekanntgabe der Fusion erfolgte knapp eine halbe Stunde nach dem offiziellen Einverständnis des algroup-Hauptaktionärs BZ Gruppe Holding AG, der seine 2,3 Millionen algroup-Aktien (rund 34 Prozent des ausstehenden Kapitals) andiente.

Weiter hieß es, die Nennwert-Rückzahlung und die Sonderdividende erforderten die Zustimmung der algroup-Aktionäre. Dazu soll im Juli eine ao Hauptversammlung stattfinden. Die Sonderdividende werde nur bei einer Umtauschquote von mindestens 67 Prozent gezahlt, betonten die Unternehmen. Auf Grund der zeitlichen Vorgaben werde das Umtauschangebot im dritten Quartal starten.

Der President und CEO von Alcan, Jacques Bougie, wird laut den Unternehmen seine Posten auch in der neuen Gesellschaft bekleiden.