Dexia-Gruppe Deutschland-Tochter verlieh 5,4 Milliarden an PIGS-Staaten

Die Dexia Kommunalbank Deutschland, eine Tochter der strauchelenden Dexia-Bank, hat laut einem Magazinbericht 5,4 Milliarden Euro an Griechenland, Italien, Portugal und Spanien verliehen - zu viel im Verhältnis zur Eigenkapitalausstattung. Die Finanzaufsicht Bafin hat darauf bereits reagiert.
Gefährliche Schieflage: Die Dexia Kommunalbank Deutschland, eine Tochter der französisch-belgischen Dexia-Gruppe, ging Medienberichten zufolge zu hohe Risiken ein

Gefährliche Schieflage: Die Dexia Kommunalbank Deutschland, eine Tochter der französisch-belgischen Dexia-Gruppe, ging Medienberichten zufolge zu hohe Risiken ein

Foto: ERIC PIERMONT/ AFP

Hamburg - Die Rettungsbemühungen um die taumelnde Bank Dexia betreffen laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL auch das Deutschland-Geschäft der Finanzgruppe.

So steckt die Dexia Kommunalbank Deutschland einem Bericht des Magazins zufolge in einer schweren Krise. Die Tochter der französisch-belgischen Dexia-Gruppe habe staatlichen Stellen in Griechenland, Italien, Portugal und Spanien 5,4 Milliarden Euro geliehen. Die Bank sei damit im Verhältnis zu ihrem Eigenkapital große Risiken eingegangen.

Daher habe die Finanzaufsicht Bafin die Mutter Dexia Crédit Local 2010 und 2011 zu zwei Eigenkapitalerhöhungen in Deutschland gezwungen. Zudem hätten die Franzosen Patronatserklärungen für die Forderungen in Griechenland von 1,2 Milliarden Euro und für die Liquiditätsversorgung der Tochter abgeben müssen.

Liquiditätsprobleme von Dexia Crédit Local hatten in der vergangenen Woche den ganzen Dexia-Konzern in Schwierigkeiten gebracht. Derzeit wir eine Verstaatlichung der Bank diskutiert.

Aufspaltung bereits geplant

In der Krise um den Bankkonzern Dexia haben sich die Regierungen Belgiens, Frankreichs und Luxemburgs am Sonntag in diesem Punkt erneut abgestimmt. Der belgische Premierminister Yves Leterme teilte am Sonntag in Brüssel mit, die drei Regierungen unterstützten die - nicht genauer detaillierten - Pläne der Führung von Dexia.

Der Verwaltungsrat von Dexia sollte am Nachmittag in Brüssel zusammentreffen. Bei der Sitzung wird das Schicksal des angeschlagenen Geldhauses besiegelt.

Bisher war schon bekannt geworden, dass der Kommunalfinanzierer mit langer Tradition in Belgien und Frankreich aufgespalten werden soll. Leterme nahm in seiner Erklärung dazu explizit keine Stellung.

Belgiens Finanzminister Didier Reynders sagte dem Rundfunksender RTBF: "Es soll alles getan werden, um bis Montag eine Lösung zu finden." Die Aktien von Dexia sind bis dahin an den Börsen von Paris und Brüssel vom Handel ausgesetzt.

krk/dapd

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