Sozialbeiträge steigen Weniger Netto vom Brutto

Im kommenden Jahr bleibt Besserverdienern weniger Netto vom Brutto. Sie werden mindestens 20 Euro mehr an Renten-, Arbeitslosen- und Krankenversicherung zahlen müssen. Denn erneut hebt die Regierung die Einkommensgrenzen für die Sozialversicherung an.
Besserverdiener müssen ab 2012 mehr Sozialbeiträge zahlen. Denn die Regierung hebt erneut die Einkommensgrenzen an, bis zu denen Beiträge entrichtet werden müssen

Besserverdiener müssen ab 2012 mehr Sozialbeiträge zahlen. Denn die Regierung hebt erneut die Einkommensgrenzen an, bis zu denen Beiträge entrichtet werden müssen

Foto: dapd

Berlin - Wer in Westdeutschland überdurchschnittlich verdient, wird im kommenden Jahr fast 22 Euro monatlich mehr für Sozialversicherungen bezahlen müssen. Im Osten fällt der Zuschlag für Besserverdiener kaum halb so hoch aus.

Dies ist die Folge eines Kabinettsbeschlusses vom Mittwoch, der die Einkommensgrenzen für die Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung zum kommenden Jahr an die Lohnentwicklung anpasst. Bis zu diesen Grenzen müssen Sozialbeiträge bezahlt werden. Liegt das Einkommen höher, werden darauf keine zusätzlichen Beiträge erhoben.

Die Beitragsgrenze in der Renten- und Arbeitslosenversicherung wird nur im Westen um 100 auf monatlich 5600 Euro angehoben, im Osten bleibt sie dagegen bei 4800 Euro. Deswegen werden Besserverdiener in den alten Bundesländern zusammen mit ihren Arbeitgebern deutlich mehr für Sozialbeiträge bezahlen müssen. Bei einem Beitragssatz von 19,6 Prozent in der Renten- und 3 Prozent in der Arbeitslosenversicherung ergäbe sich für Bürger mit einem Monatseinkommen von mehr als 5500 Euro ein Beitragsplus bis zu 22,60 Euro im Monat.

Anders sieht es in der Kranken- und Pflegeversicherung aus: Hier ist eine in Ost und West einheitliche Anhebung der Bemessungsgrenze um 112,50 Euro auf 3825 Euro im Monat vorgesehen. Bei Beitragssätzen von 15,5 Prozent (Gesundheit) und 1,95 Prozent (Pflege) errechnen sich daraus Aufschläge von bis zu knapp 20 Euro im Monat. Auch diesen Mehrbetrag teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Den Angaben zufolge wird der Durchschnittsverdienst 2012 voraussichtlich bei 32.446 Euro liegen. Der Bundesrat muss der Vorlage noch formal zustimmen.

rei/dpa
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