Shell Europaweiter Stellenabbau

Durch Neuorganisation will der Mineralölkonzern umgerechnet etwa 200 bis 300 Millionen Mark im Jahr einsparen.

Hamburg - Der Shell-Konzern streicht im Zuge der Neuordnung seines europäischen Ölgeschäfts in Deutschland 370 Arbeitsplätze. Bei derzeit 2500 Beschäftigten ist dies ein Stellenabbau von 15 Prozent. Das teilte der Direktor der Deutschen Shell AG, Klaus Picard, am Donnerstag in Hamburg mit. Betroffen sind vor allem Mitarbeiter in der deutschen Shell-Zentrale in Hamburg. Tankstellen und Raffinerien werden nicht geschlossen.

Europaweit baut der Shell-Konzern 3000 Stellen ab. Dies sind sogar rund 20 Prozent der Mitarbeiter. Durch die Neuorganisation will Shell im europäischen Ölgeschäft umgerechnet etwa 200 bis 300 Millionen Mark im Jahr einsparen.

In Deutschland sollen 70 der betroffenen Beschäftigten eine neue Aufgabe in der Europa-Organisation von Shell übernehmen. Für weitere 130 Mitarbeiter seien neue Arbeitsplätze gefunden worden. Für die übrigen 170 Mitarbeiter müßten noch Lösungen wie zum Beispiel die Frühpensionierung gesucht werden. Das Bürogebäude in Hamburg werde aufgegeben. Der deutsche Shell-Standort soll aber im Großraum Hamburg bleiben.

Der niederländisch-britische Ölkonzern Royal Dutch/Shell hatte im September angekündigt, seine vier nationalen Hauptverwaltungen in Großbritannien, den Niederlanden, Deutschland und Frankreich zu schließen. Der Vertrieb wird auf lokaler Ebene konzentriert, während übergreifende Aufgaben wie das Marketing durch europäische Arbeitsgruppen wahrgenommen werden, sagte Picard.

Ursprünglich wollte der Konzern europaweit nur 15 Prozent der Stellen abbauen. Den Zuwachs um fünf Prozentpunkte begründete Shell vor allem mit der Schließung einer Shell Raffinerie in Großbritannien (Shell Haven).

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