IPO RAG legt Börsengang von Evonik auf Eis

Die Talfahrt der Börsen hat die Hoffnung auf den seit Jahren größten Börsengang in Deutschland vorerst zunichte gemacht. Der Chemiekonzern Evonik werde den Schritt an die Börse in diesem Jahr nicht mehr wagen, teilte der Mehrheitseigner RAG-Stiftung mit.
Chemiekonzern Evonik: Starkes Wachstum, doch der Gang an die Börse wird verschoben

Chemiekonzern Evonik: Starkes Wachstum, doch der Gang an die Börse wird verschoben

Foto: ddp

Düsseldorf - Die "aktuelle Verfassung der Finanz- und Kapitalmärkte und ihre Perspektiven" machten für dieses Jahr einen Börsengang der Evonik unmöglich. Dies sei das Ergebnis von Beratungen zwischen Stiftung, Miteigner CVC und dem Evonik-Management.

Der Chef der RAG-Stiftung, Wilhelm Bonse-Geuking, betonte, der Essener Konzern sei in einer "hervorragenden Verfassung", doch sei die Unsicherheit an den Finanzmärkten "Gift für den Börsengang". Die Stiftung, CVC und Evonik würden die Entwicklung an den Börsen nun "sehr genau beobachten". Sie seien wegen der bereits getroffenen umfassenden Vorbereitungen in der Lage, einen Börsengang kurzfristig einzuleiten, "wenn die Richtung auf den Märkten wieder stimmt".

Sowohl die Stiftung als auch CVC wollen dabei Kasse machen. Entscheidend für eine Aktienemission sei die richtige Bewertung der Investoren für Evonik, betonte Bonse-Geuking. In Finanzkreisen hatte es geheißen, Evonik könnte im Frühjahr 2012 einen neuen Anlauf für einen IPO wagen.

Im ersten Halbjahr 2011 hatte der Konzern zweistellige Zuwachsraten beim Umsatz und Rekordwerte beim operativen Gewinn verbucht. 2011 will Konzernchef Klaus Engel bei den Zahlen gegenüber dem Vorjahr zulegen. 2010 hatte Evonik bei einem Umsatz von 13,3 Milliarden Euro einen operativen Gewinn (Ebit) von 1,6 Milliarden Euro erzielt. Doch auch Rekordwerte konnten Evonik nun nicht beim Börsengang helfen.

Aber nicht nur dem Essener Konzern haben die Markt-Turbulenzen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Auch Siemens  hat einen Börsengang der Tochter Osram vorerst zu den Akten gelegt. Der letzte Börsengang im Milliardenvolumen in Deutschland - der des Hamburger Hafenkonzerns HHLA - ist fast vier Jahre her.

la/reuters

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