Dividendenerhöhung Microsoft erfreut Aktionäre

Gute Nachricht für die Aktionäre von Microsoft: Die weltgrößte Softwareschmiede setzt ihre Dividende deutlich nach oben. Auch für Aktienrückkäufe besteht noch viel Liquidität.
Microsoft-Zentrale in Redmond: Der Softwarehersteller schüttet künftig mehr an seine Anleger aus

Microsoft-Zentrale in Redmond: Der Softwarehersteller schüttet künftig mehr an seine Anleger aus

Foto: Stephen Brashear/ Getty Images

Redmond - Die Anteilseigner des weltgrößten Softwareherstellers Microsoft können sich auf eine deutlich erhöhte Gewinnbeteiligung freuen. Die Quartalsdividende werde um ein Viertel auf 20 Cent je Anteil erhöht, teilte das Unternehmen am späten Dienstagabend in Redmond mit. Beim aktuellen Kurs der Aktie von rund 27 Dollar entspricht das einer Dividendenrendite von etwa 3 Prozent.

Damit können die Microsoft-Aktionäre jetzt Quartal für Quartal insgesamt mit rund 1,7 Milliarden Dollar (rund 1,23 Milliarden Euro) rechnen, da US-Unternehmen traditionell ihre Dividenden konstant halten oder erhöhen. Das Unternehmen kann zudem bis 2013 noch knapp 28 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe ausgeben.

Mit diesen Schritten versucht Microsoft  die Aktionäre bei Laune zu halten. Denn anders als zum Beispiel bei Apple stagniert der Aktienkurs seit Jahren. Lange Zeit waren bei dem 1975 von Bill Gates gegründeten Unternehmen Dividenden und Aktienrückkäufe verpönt, da das Geld lieber in neue Geschäfte und Produkte gesteckt wurde. Doch seit Anfang des Jahrtausends stößt das Unternehmen an seine Wachstumsgrenzen und schüttet deshalb seit 2003 Dividenden aus.

2004 hatte das Unternehmen zudem mit einer Sonderdividende 32 Milliarden Dollar direkt an seine Aktionäre ausgeschüttet, um seine hohen Barreserven zu reduzieren. Anderen Technologieunternehmen wie Intel  oder Cisco  geht es ähnlich. Sie alle verdienen im operativen Geschäft viel Geld, tun sich aber schwer auf der Suche nach geeigneten Investitionen zum Ausbau des Geschäfts - zum Teil dürfen sie wegen ihrer ohnehin schon marktbeherrschenden Stellung nicht mehr zukaufen.

So zahlt zum Beispiel der weltgrößte Netzwerkausrüster Cisco seit dem Frühjahr 2011 ebenfalls eine Quartalsdividende, nachdem das Unternehmen in seiner 27-jährigen Geschichte bislang von diesem Schritt Abstand genommen hat. Und auch der Chiphersteller Intel schüttet seit einigen Jahren eine hohe Dividende aus, nachdem er seinen Aktionären lange Zeit nur eine symbolische Beteiligung bezahlt hatte.

Cisco, Intel und Microsoft kämpfen wie viele Technologieunternehmen damit, dass sich die Kurse ihrer Aktien nach dem Platzen der Dotcom-Blase nicht mehr von den Verlusten erholt haben und seit dem über mehrere Jahre gesehen kaum an Wert gewonnen oder sogar leicht verloren haben. Ausnahmen unter den Tech-Werten sind Apple  und IBM .

Die Aktienkurse der beiden Unternehmen eilten in den vergangenen Monaten von Rekord zu Rekord. IBM schüttet jedes Quartal noch rund 900 Millionen an Dividenden aus. Apple verzichtet trotz der Milliardenreserven auf eine direkte Gewinnbeteiligung der Aktionäre. Diesen dürfte das egal sein - schließlich stieg der Kurs des Apple-Papiers von rund 100 Dollar Anfang 2009 auf zuletzt mehr als 400 Dollar.

cr/dpa-afx
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