Euro-Kurs Gerüchte bringen Franken in Bewegung

Seit einigen Wochen sorgt die Schweizer Notenbank am Devisenmarkt dafür, dass der Kurs des Franken zum Euro nicht unter 1,20 fällt. Jetzt kommen Gerüchte auf, die Zentralbank wolle dieses Kursziel erhöhen. Der Markt nimmt diese Bewegung prompt vorweg.
Jede Menge Franken: Die SNB will dafür sorgen, dass die Schweizer Währung nicht weiter erstarkt

Jede Menge Franken: Die SNB will dafür sorgen, dass die Schweizer Währung nicht weiter erstarkt

Foto: © Arnd Wiegmann / Reuters/ REUTERS

Frankfurt am Main - Spekulationen auf eine Anhebung der Kursuntergrenze des Franken gegenüber dem Euro  haben für einen Kursrutsch der Schweizer Währung gesorgt. Der Euro schoss in der Nacht auf Mittwoch bis auf 1,2320 Franken hoch und notierte zuletzt bei Kursen um 1,2240 Franken. Händler in Asien sprachen von Franken-Verkäufen zur Vermeidung von Verlusten (Stop-loss), nachdem die Marken von 1,2250 und 1,23 Franken durchbrochen worden waren.

Am Dienstagnachmittag war im Markt spekuliert worden, die Schweizerische Nationalbank (SNB) stehe davor, ihre Euro-Kursuntergrenze auf 1,25 Franken anzuheben. Die SNB lehnte eine Stellungnahme ab. Die Notenbank hatte vor zwei Wochen angesichts der für die Schweizer Wirtschaft bedrohlichen Frankestärke einen Minimumwechselkursziel von 1,20 Franken festgesetzt und angekündigt, diese Marke falls nötig mit Devisenkäufen in unbeschränktem Ausmaß durchzusetzen. Allerdings betrachtet die SNB den Franken auch bei 1,20 noch als hoch bewertet.

Eine schwächere heimische Währung würde der exportabhängigen Schweizer Industrie und dem Finanzdienstleistungssektor Entlastung bringen. Für einen Dollar wurden nach einem zwischenzeitlichen Hoch von 0,8982 Franken zuletzt Kurse um 0,8930 Franken bezahlt. Zum Dollar  notierte der Euro zur Wochenmitte nahezu unverändert bei 1,3704 Dollar.

cr/rtr

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