Staatsanleihen platziert Spanien deckt sich mit vier Milliarden Euro ein

Das hoch verschuldete Spanien hat mit der Platzierung von Staatsanleihen fast vier Milliarden Euro am Kapitalmarkt aufgenommen. Der Zinssatz lag bei etwa 5 Prozent. Madrid brachte zugleich eine Steuer- und Arbeitsmarktreform auf den Weg.
Frisches Geld: Die erfolgreiche Anleihe-Auktion Spaniens hebt die Stimmung am Markt

Frisches Geld: Die erfolgreiche Anleihe-Auktion Spaniens hebt die Stimmung am Markt

Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

Madrid - Der Zinssatz der zwischen Juli 2019 und Oktober 2020 fälligen Papiere lag jeweils bei etwa fünf Prozent, wie das Finanzministerium in Madrid am Donnerstag mitteilte. Die Regierung kündigte zugleich eine Arbeitsmarkt - und Steuerreform an.

Die Nachfrage der Investoren bei der Anleihe-Auktion wurde als gut beschrieben. Der Verkauf der Anleihen mit drei unterschiedlichen Laufzeiten war den Angaben zufolge 1,9-, 2,01- und 2,7-fach überzeichnet. Das Gesamtvolumen der Auktion lag bei 3,95 Milliarden Euro. Beim Verkauf zehnjähriger Anleihen im Juli mussten noch 5,9 Prozent Zinsen gewährt werden.

Im August waren die Zinsen auf ein Rekordniveau seit der Euro-Einführung gestiegen. Grund war die Besorgnis der Investoren über die Auswirkungen einer weiteren weltweiten Rezession und der Schuldenkrise Griechenlands auf Spanien. Die Zinsen fielen erst wieder, nachdem die Europäische Zentralbank zur Stützung der Märkte spanische und italienische Anleihen im Milliardenumfang aufgekauft hatte.

Extrasteuer soll 1,1 Milliarden Euro bringen

Im Kampf gegen das Staatsdefizit und die hohe Arbeitslosigkeit von 21 Prozent will Spanien eine vor drei Jahren ausgesetzte Reichensteuer vorübergehend wieder einführen, wie Finanzministerin Elena Salgado am Donnerstag ankündigte. Demnach soll die Steuer auf Vermögen von mehr als 700.000 Euro für die Jahre 2011 und 2012 gelten. Betroffen seien davon etwa 160.000 Menschen, sagte Salgado. Die Einnahmen für den Staat würden etwa 1,1 Milliarden Euro pro Jahr betragen. Es wurde erwartet, dass das Kabinett die entsprechende Vorlage am (morgigen) Freitag verabschieden wird.

Das Parlament in Madrid hob ein Gesetz aus dem Jahr 2006 vorläufig wieder auf, das es Arbeitgebern verbot, Mitarbeitern über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren lediglich befristete Verträge anzubieten. Der Entscheidung vom Donnerstag zufolge ist dies für die kommenden beiden Jahren nun wieder erlaubt.

la/apd
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