Maxhütte Lage spitzt sich zu

Jetzt wurde auch für die Tochter des Stahlwerkes Vergleich beantragt.

Sulzbach-Rosenberg - Die Krise um das Stahlwerk Maxhütte in Bayern hat sich verschärft. Sechs Tage nach dem Vergleichsantrag für die Neue Maxhütte GmbH hat die Geschäftsführung am Donnerstag auch für die Tochter Rohrwerk Neue Maxhütte Vergleich beantragt. Die betroffenen 550 Mitarbeiter wurden am Nachmittag bei einer Betriebsversammlung informiert. "Der Konkurs für die gesamte Maxhütte-Gruppe rückt immer näher", sagte ein Arbeitnehmervertreter.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau habe dem Rohrwerk nach dem Vergleichsantrag des Stahlwerks vergangene Woche sämtliche Kredite fristlos gekündigt. Da gleichzeitig die sofortige Rückzahlung aller offenen Betriebsmittelkredite gefordert wurde, sei das Röhrenwerk zahlungsunfähig, begründete die Geschäftsführung die Entscheidung. Als Vergleichsverwalter schlug sie dem Amtsgericht Amberg den auch für den Stahlwerk-Vergleich eingesetzten Jobst Wellensiek vor.

Der Aufsichtsrat der Maxhütte hatte am Mittwoch die Verlängerung des Vertrags für den Vorsitzenden der Geschäftsführung, Ernst Bacher, abgelehnt. Dagegen soll der zweite Geschäftsführer Heinrich Himsel weiterarbeiten.

Im Rohrwerk läuft die Produktion nach Mitteilung des Betriebsrats auf vollen Touren. 1998 werde der Ausstoß voraussichtlich um 20 Prozent auf 90.000 Tonnen steigen. Seit vergangener Woche bezieht das Rohrwerk seinen Rohstahl wieder von der benachbarten Maxhütte und nicht mehr von den Lechstahlwerken des Stahlunternehmens Max Aicher.

Aicher hält 44 Prozent der Maxhütte-Anteile. Der Betriebsrat hatte ihm vorgeworfen, die Maxhütte durch überteuerte Stahllieferungen zu benachteiligen. Die künftige Rolle Aichers bei der Maxhütte ist unklar. Ursprünglich wollte er auch den 45prozentigen Anteil des Freistaats übernehmen. Mittlerweile wird auch ein Rückzug Aichers nicht mehr ausgeschlossen.

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