Veba Höhenflug beendet

Rekordgewinne und Spitzendividenden - davon ist zur Zeit bei dem Konzern nichts mehr zu sehen.

Düsseldorf - Die Sparte Telekommunikation und die US-Tochter MEMC machen Veba zu schaffen und hinterlassen ihre Spuren deutlich im Ergebnis. So begründete der Vorstandsvorsitzende Ulrich Hartmann am Donnerstag in Düsseldorf die Herbstergebnisse. Tiefrote Zahlen bei dem Waferproduzenten (Hersteller von Rohlingen für die Chipproduktion) MEMC, Anlaufverluste in der Telekommunikation und eine erhöhte Steuerquote drückten den Konzernüberschuß 1998 unter die Ergebnisse des Vorjahres (3,0 Milliarden Mark).

Bereinigt um außerordentliche Effekte, unter anderem durch den Verkauf von Beteiligungen wie Hapag-Lloyd, fiel in den ersten neun Monaten 1998 der Gewinn vor Steuern um 18 Prozent. Mit 3,7 Milliarden Mark lag das Ergebnis - einschließlich Buchgewinnen aus den Verkäufen - aber noch leicht über dem Vorjahreswert. Beim Umsatz legte Veba um drei Prozent auf 62,5 Milliarden Mark zu. Tragende Säule des Konzerns bleibt die Stromsparte, deren Ergebnisse trotz milder Witterung stiegen. Auch der Chemiebereich verbesserte nach Bereinigung von Buchgewinnen sein Ergebnis.

Die bis September aufgelaufenen Verluste bei MEMC bezifferte Finanzvorstand Michael Gaul auf 562 Millionen Mark. Ursache hierfür seien der starke Preisdruck und die schwachen Endgeräte- und Halbleitermärkte in den USA, Europa und Japan. In der Telekommunikation hatte Veba aus seiner 51-Prozent Beteiligung an Otelo in den ersten drei Quartalen einen Verlust von 600 Millionen Mark eingefahren. Otelo ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Veba und RWE, zu dem mehrheitlich auch die Mobilfunkgesellschaft E-Plus GmbH gehört.

Weiter vorantreiben will der Vorstandschef die Neuausrichtung des Konzerns auf die drei Säulen Energie, Chemie und Telekommunikation. Die Tochtergesellschaft Stinnes (Distribution/Logistik) soll in zwei bis drei Schritten in den nächsten Jahren vollständig an die Börse gebracht werden. Die erste Tranche soll schon im zweiten Quartal 1999 plaziert werden.

Durch die Neuordnung der Geschäftsbereiche will Veba bis zum Jahr 2002 Kosten von rund 1,8 Milliarden Mark jährlich einsparen.

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