Börsenkrise Welche Strategien Anlegern jetzt nutzen

Wie geht es weiter mit der Euro-Zone, diese Fragen stellen sich Anleger besorgt. Wird sie zu einer Fiskalunion umgemodelt oder zerbricht sie? Und was bedeutet das für das eigene Depot? manager magazin stellt in einer dreiteiligen Serie drei Portfolios für die drei möglichen Szenarien vor.
Von Arne Gottschalck
Euro im Zwielicht: Und wie geht es weiter?

Euro im Zwielicht: Und wie geht es weiter?

Foto: DPA

Hamburg - Es ist die Stunde von Männern wie Charles Dumas. Denn düstere Prognosen wie die des Experten von Lombard Odier liegen im Trend, wie die jüngsten Börsenrutsche zeigen. Dumas zumindest erklärte bereits 2010, dass bestimmte Länder die Euro-Zone verlassen würden und redet damit dem Auseinanderbrechen der Euro-Zone, wie wir sie kennen, das Wort. Doch was bedeutet das eigentlich für Anleger?

Sind Aktien dann wertlos - oder gar der beste Schutz? Oder gilt es Gold zu kaufen, trotz der Rekordpreise für das Edelmetall? Und was ist, wenn die Pessimisten sich täuschen und die Eurozone intakt bleibt, nach gelungenen politischen Reformen sogar prosperiert? So ein Szenario erfordert ein ganz anders Portfolio als das Endzeitszenario - und das des steten Durchwursteln sowie.

Finanzexperten ringen schon jetzt um die passenden Antworten. Und schieben ihre Produkte in den Vordergrund. Hedgefonds zum Beispiel, wie sie MAN Investments sie anbietet. Das Interesse an solchen Finanzvehikeln zumindest ist da: MAN Investments hatte nach eher dürren Zeiten allein im zweiten Quartal dieses Jahres Nettomittelzuflüsse in Höhe von rund 3,7 Milliarden Pfund verbuchen können.

Andere Finanzanbieter bewerben dagegen ihre Anlagemöglichkeiten, die ebenfalls in der unübersichtlichen Börsenlage Gewinne bringen sollen. Private Equity beispielsweise: Aktien, Gold, - oder gleich Multi-Asset-Fonds. Schließlich könnten deren Manager frei schalten und walten und für jedes wirtschaftliche Umfeld die richtige Antwort finden. Zumindest in der Theorie. Und in der Werbung der Finanzbranche.

In der Praxis stellt sich den Anlegern die drängende Frage - was tun, wenn? Was ist zum Beispiel zu tun, wenn man mit einem Auseinanderbrechen der Euro-Zone rechnet? Oder mit einer zügigen Genesung? Und was, wenn die Politik sich weiter durchwurstelt? manager magazin Online nimmt diese drei Möglichkeiten auf und checkt die dafür angebotene Finanzinvestments in einer dreiteiligen Serie, die morgen startet. Denn die Verunsicherung unter Deutschlands Anleger ist offenbar groß.

"In den vergangenen Wochen kamen vorwiegend Kunden auf mich zu, die bisher übergewichtet in Festgeld investiert waren", berichtet Stefan Hölscher von S&H und skizziert damit einen Mosaikstein der Gemengelange. "Aufgrund der weltweiten Schuldenkrise nimmt jedoch die Skepsis gegenüber festverzinslichen Anlagen spürbar zu. Investoren favorisieren vor diesem Hintergrund vermehrt Sachwerte. Der Trend geht deutlich in Richtung Aktien, nicht aggressiv aber spürbar", sagt Hölscher. Das aber ist eine Wette darauf, das sich die Wirtschaft fängt.

Doch genau das ist eben umstritten. Klar ist nur eines: Schwarzseher haben Hochkonjunktur. Der amerikanische Ökonom Nouriel Roubini zum Beispiel sagte zu Beginn des Jahres: "Die Wahrscheinlichkeit, dass einige der schwächeren Mitglieder in diesem Jahrzehnt beschließen, die Währungsunion lieber zu verlassen, beträgt 40 bis 50 Prozent."

Lesen Sie darum morgen im ersten Teil der Serie, wie Ihr Portfolio diesem Untergangsszenario trotzen kann.

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