Veba-Viag Klagender Aktionär erzielt Vergleich

Sind Sie Aktionär bei einem Unternehmen, das demnächst fusioniert? Dann klagen Sie doch einfach dagegen. Das könnte zu einem lukrativen Vergleich führen, wie das Beispiel eines Rechtsanwalts aus Chemnitz zeigt.

Düsseldorf - Die einzige Anfechtungsklage gegen die geplante Fusion von Veba und der Viag wird nicht mehr vor dem Landgericht Düsseldorf verhandelt. Der Kläger, der Veba-Kleinaktionär und Chemnitzer Rechtsanwalt Hans-Dieter Oermann, hat sich mit dem Düsseldorfer Konzern geeinigt. Es sei eine Einigung durch Vergleich erzielt worden, berichtet die Nachrichtenagentur vwd.

Über die Details des erzielten Kompromisses wollte er keine Auskunft geben. Die Anfechtungsklage habe sich damit aber erledigt, betonte er. In Veba-Unternehmenskreisen wurde die außergerichtliche Einigung bestätigt.

Oermann, der nach eigenen Angaben 700 Veba-Aktien hält, hatte im März eine Anfechtungsklage gegen die Form des Zusammenschlusses beim Landgericht Düsseldorf eingereicht. Als Aktionär habe er sich über den Tisch gezogen gefühlt, sagte Oermann am Mittwoch zur Nachrichtenagentur vwd.

Seiner Ansicht nach wurde Viag bei der Fusion deutlich überbewertet. Vor allem die Telekommunikationsaktivitäten seien viel zu hoch angesetzt worden, betonte der Aktionär. Er sei aber nicht grundsätzlich gegen die Fusion und wolle nach der jetzt erzielten Einigung auch künftig E.ON-Aktien halten.

Die Veba AG hatte für die Verhandlungen mit Oermann die internationale Anwaltskanzlei Sherman & Sterling beauftragt, die sich unter anderem auf den Bereich Wettbewerbsrecht spezialisiert und Niederlassungen in New York, Tokio, Paris, London und Hongkong hat.

Nach der jetzigen Einigung fehlt der Veba-Viag-Fusion nun nur noch die Zustimmung der EU-Kommission. Ein Spruch hierzu wird am 7. Juni erwartet.